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APA-Artikel 16. Juni 2014

Niederösterreich fordert Radio-Onkologie-Bedarfsstudie

Das Bundesland Niederösterreich fordert eine österreichweite Bedarfsstudie für die Strahlentherapie (Radio-Onkologie). Dies erklärten am Montag Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka (ÖVP) und der NÖ-Patientenanwalt Gerald Bachinger bei einem Pressegespräch in St. Pölten.

Die Richtwerte des Österreichischen Strukturplanes Gesundheit (ÖSG) liegen laut Ärztekammer bei einem strahlentherapeutischen Großgerät pro 100.000 bis 140.000 Bewohner. Demnach müsste es laut den Radio-Onkologen in Österreich mindestens 64 Linearbeschleuniger für die Therapie geben, tatsächlich gibt es 43. Für eine Million Einwohner stehen hierzulande durchschnittlich fünf Linearbeschleuniger zur Verfügung, in Westeuropa sind es sieben", sagte Karin Kapp (MedUni Graz), die Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Radio-Onkologie, beim Europäischen Radio-Onkologie-Kongress in Wien. Besonders arg sei der Mangel in Ostösterreich. Eine Erhebung der Spezialisten zeigte Therapie-Wartezeiten für das dritte und vierte Quartal 2013 aus sieben Krankenhäusern in Wien und Niederösterreich von zum Teil mehr als zwei Monaten.

"Niederösterreich erfüllt mit sechs Strahlentherapie-Geräten den Bedarf gemäß dem ÖSG-Großgeräte-Plan", erklärte Sobotka am Montag. In Niederösterreich werden drei solcher Geräte im Krankenhaus Wiener Neustadt (eines davon laut Radio-Onkologen für das Burgenland) betrieben. Im Krankenhaus Krems sind derzeit zwei solcher Geräte, ein drittes soll im kommenden September in Betrieb genommen werden. In Wien gibt es einen hohen Anteil an niederösterreichischen Patienten. Laut Experten hätte es ursprünglich im Wiener Donauspital (SMZ-Ost) zur Installierung eines zweiten Gerätes kommen sollen. Das sei allerdings an der mangelnden Beteiligung Niederösterreichs gescheitert, heißt bei den Strahlentherapeuten.

Bachinger verwies am Montag darauf, dass die bisherige Untersuchung der Wartezeiten in der Radio-Onkologie, also der Strahlenbehandlung von Krebspatienten, mit Vorsicht zu interpretieren sei. Man müsse Diagnostik- und Therapieabläufe bei den verschiedenen Krebserkrankungen in Betracht ziehen. Es sollte österreichweit erhoben werden, wie viele Geräte, welcher Art vorhanden seien und wie viele Patienten an welchen Standorten behandelt werden. Auch die tatsächliche Geräteauslastung sei nicht bekannt.

Der Antrag auf die österreichweite Untersuchung soll von den Bundesländern Wien, Niederösterreich und das Burgenland sowie von Bachinger als Sprecher der Patientenanwälte bei der nächsten Bundesgesundheitskommission gestellt Ende Juni gestellt werden. Damit beauftragt werden soll die "Gesundheit Österreich GmbH". Man stellt sich auch einen Health Technology Assessment-Bericht zur Krebstherapie insgesamt vor. Das könnte aber auch die Gefahr in sich bergen, dass einzelne medizinische Fachgebiete gegen einander ausgespielt werden. Gerade die onkologische Behandlung mit Arzneimitteln der zielgerichteten Krebstherapie erzielt derzeit immer größere Erfolge. Im Endeffekt geht es um die möglichst wirksame, individuelle und dem modernsten Standard entsprechende Behandlung von Krebskranken.

apa.at

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