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APA-Artikel 16. Juni 2014

Expertentalk beim Sommergespräch der Apothekerkammer OÖ

Im Rahmen des Sommergesprächs der Apothekerkammer Oberösterreich am 12. Juni 2014 fand ein Experten Talk statt, bei dem hochkarätige Experten aus dem Gesundheitswesen das Thema "Primary Health Care und die Positionierung der Apotheken in der extramuralen Gesundheitsversorgung" diskutierten. Landesregierung, Hauptverband und Ministerium sprachen sich einstimmig für die Integration der Apothekerschaft in Primary Health Care aus.

Primary Health Care ist praktisch beschlossen. Was bedeutet das aus Sicht des Zahlers, des Ministers und des Landes? Warum sind Apotheken im Sinne des Erstkontakts mit dem Patienten und der Früherkennung nicht dabei? Apotheker haben im Hinblick auf Früherkennung und Disease Management Programme sehr gute Kompetenzen. Weshalb wird hier auf die Kraft der Apotheker zur Motivation der Patienten verzichtet? Welche sind die nächsten Schritte? Diese Fragen wurden im Rahmen des Experten Talks diskutiert.

́Stakeholder sprachen sich für die Integration der Apothekerschaft in Primary Health Care aus

Die Gesundheitsreform fordert die Optimierung des Versorgungsprozesses beim Patienten durch interdisziplinäre Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe und sieht eine strukturierte Primärversorgung für die Bevölkerung vor. Oberösterreichs Apotheken können dabei folgendes leisten: "Wir wollen, der apothekerlichen Qualifikation entsprechend, unsere Kompetenzen und konstruktive Angebote für den Ausbau der Primärversorgung zur Verfügung stellen - Unterstützung bei der Früherkennung durch Screening (zum Beispiel potenzielle Diabetes-Risikopatienten) und Betreuung der Patienten bei chronischen Erkrankungen (zum Beispiel im Rahmen von Disease Management Programmen), sowie die Schulung der Eigenverantwortung und Patientenmotivation", erklärte Mag. pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr.

Pühringer: Zentrale Rolle der Apothekerschaft in PHC

Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer war von diesem Vorhaben begeistert und appellierte an alle Stakeholder, interdisziplinär und konstruktiv zusammen zu arbeiten: "Der Apothekerschaft kommt eine wichtige Rolle in der Primärversorgung zu. Denn Apotheken fungieren als Schnittstelle zwischen Arzt und Patient und sind sehr oft die erste Anlaufstelle für Menschen bei Gesundheitsfragen." Zur Ausrichtung von PHC-Modellen war sich Pühringer sicher: "Es kann kein Einheitsmodell für PHC geben. Für jede Region braucht es das dafür maßgeschneiderte Modell." Von PHC erwartet sich das Land OÖ bessere Versorgung, patientenfreundliche Öffnungszeiten und optimale Behandlungspfade.

Primary Health Care: Vernetzung aller Gesundheitsberufe gefordert

Auch Sektionschef Dr. Clemens Martin Auer unterstrich die Wichtigkeit der Zusammenarbeit und Vernetzung aller Gesundheitsberufe in PHC: "Den Menschen reicht es: Das ewige im Kreis laufen bringt nichts und die Spitalsambulanz in Städten ist keine Alternative. Entscheidend für ein Funktionieren der Primärversorgung ist ein gutes, stabiles und leistungsstarkes Netzwerk an ärztlichen und nicht-ärztlichen Gesundheitsberufen."

Erhöhung der Akzeptanz von Disease Management Programme

Durch die Koordination des Versorgungsprozesses werden laut Mag. Dr. Hans Jörg Schelling die Effizienz und der Erfolg der Versorgung gefördert und das Gesundheitssystem patientenorientierter. "Bei einer chronischen Erkrankung trägt das PHC-Zentrum die Verantwortung gegenüber dem Patienten, dass Disease Management Programme eingesetzt werden. Durch die Zusammenarbeit aller Gesundheitsberufe an DMPs wird die Akzeptanz und die Governance erhöht. Zielsetzung ist es, am Ende des Tages langfristig eine optimale Patientenversorgung sicherzustellen", so Mag. Dr. Schelling.

apa.at

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