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APA-Artikel 16. Juni 2014

Barmherzige Brüder Wien: Angiographie am Puls der Zeit

Seit kurzem ist an der Abteilung für Radiologie und Nuklearmedizin im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien (Vorstand: Prim. Univ.-Prof. Dr. Siegfried Thurnher) eines der modernsten Angiographie-Systeme Österreichs im Einsatz. Es wird vor allem für die Darstellung und minimal-invasive Behandlung von Gefäßerkrankungen eingesetzt. Das besondere an dem deckenmontierten Gerät: es verfügt über die modernste Röntgenröhren- und Detektoren-Technologie sowie über ein kabelloses Ultraschallgerät, das bislang in Österreich einzigartig ist. Eröffnet und gesegnet wurde das neue Gerät im Beisein von Bezirksvorsteher Karlheinz Hora, der sich von dem High-Tech-Gerät beeindruckt zeigte.

Angiographie: radiologische Diagnostik und Therapie - alles aus einer Hand

Heutzutage werden Angiographiegeräte zum einen für die bildliche Darstellung von Blutgefäßen (Arterien und Venen) und somit zu Diagnosezwecken eingesetzt. Bei der Angiographie handelt sich um eine Röntgenuntersuchung der Gefäße im Körper. Dabei wird dem/der Patienten/in über einen in die Leistenarterie eingeführten dünnen Schlauch (Katheter) ein Kontrastmittel injiziert, wodurch die Gefäße und Organdurchblutungen mit höchster Genauigkeit dargestellt werden. Zum anderen wird die Angiographie mittlerweile auch immer mehr zu therapeutischen Zwecken eingesetzt, wie Prim. Univ.-Prof. Dr. Thurnher erklärt: "Als interventioneller Radiologe nutze ich das Angiographiegerät, um mittels minimal-invasiver Eingriffe und dabei über einen Katheter, entweder Instrumente, Medikamente oder auch Implantate an eine ganz bestimmte Stelle im Blutkreislauf zu bringen. So kann ich bei Arterienverkalkungen eine Gefäßverengung aufweiten bzw. einen Verschluss lösen. Im umgekehrten Fall besteht auch die Möglichkeit, bei Tumorembolisationen, einen künstlichen Verschluss der Gefäße herbeizuführen. Dieses Verfahren wenden wir beispielsweise häufig bei der Gebärmutterembolisation an, d.h. wir verschließen bei Gebärmuttermyomen mittels Kunststoffkügelchen die zuführenden Gefäße des Myoms, wodurch das Myom ausgehungert und in weiterer Folge abgebaut wird."

Die technischen Besonderheiten

Das Angiographiegerät im Wiener Brüder-Krankenhaus ist das erste deckenmontierte System dieser Bauart in Österreich. Es besteht aus einer neuartigen Röntgenröhren - und Detektoren-Technologie. Die neue Röntgenröhre steigert die Erkennbarkeit von kleinen Gefäßen gegenüber bisheriger Röhrentechnik um bis zu 70 Prozent. Die neue Detektor-Technologie unterstützt die interventionelle Bildgebung im Niedrigdosisbereich. Davon profitieren sowohl PatientInnen als auch ÄrztInnen und medizinisches sowie therapeutisches Fachpersonal. Weiters erlaubt das System die detaillierte Darstellung von Körpersegmenten mit 3D-Rekonstruktion von Blutgefäßen während des Eingriffes. Über einen deckenmontierten Großbildmonitor können sämtliche Daten (Angiographie, CT, MRT, Ultraschall, EKG, Befunde) großformatig während der Intervention betrachtet werden. Zusätzlich dazu steht ein fahrbares und kabelloses Ultraschallgerät - das erste dieser Art in Österreich - zur Verfügung.

"Seit unserer Gründung im Jahr 1614 steht das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien für beste Medizin, hohe Pflegequalität und modernste Technik. Wir freuen uns, dass mit dem neuen Angiographiegerät unseren PatientInnen eines der derzeit modernsten Geräte österreichweit zur Verfügung steht", so Krankenhaus-Gesamtleiter Dr. Reinhard Pichler. Frater Saji Mullankuzhy OH, Prior und Rechtsträgervertreter ergänzt: "Unser Leitspruch "Gutes tun und es gut tun" bedeutet für uns, immer am Puls der Zeit zu sein, um den PatientInnen die bestmögliche Versorgung und Behandlung zukommen lassen zu können."

Anwendungsgebiete

Im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien wird die Angiographie vorwiegend für die Darstellung und minimal-invasive Behandlung von Gefäßerkrankungen eingesetzt. Dazu zählen die Schaufenstererkrankung bei Verschlüssen von Becken-Beinarterien, Entfernung von Embolien aus den Gehirnarterien beim akuten Schlaganfall, Einengungen der Halsschlagader (Karotis-Stenose), Stenosen bei Dialyseshunts, Einbau von Cavafiltern, Lebertumorembolisation und die dosissparende Katheterembolisation von Gebärmuttermyomen.

apa.at

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