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APA-Artikel 16. Juni 2014

Blut bleibt wichtiges Medikament

Blut bleibt ein wichtiges Medikament. Die ca. 400.000 Konserven, die pro Jahr in Österreich von den Blutspendezentralen ausgeliefert werden, sichern das Leben einer enormen Anzahl von Patienten. Die Bereitschaft zur Blutspende könnte jedoch größer sein, hieß es Montagvormittag bei einem Expertengespräch in der Blutspendezentrale des Österreichischen Roten Kreuzes (Wien, NÖ und Burgenland) in Wien.

"Alle fünf Minuten wird allein in einem Krankenhaus in Wien eine Blutkonserve benötigt", sagte ÖRK-Generalsekretär Werner Kerschbaum bei der Veranstaltung aus Anlass des Welt-Blutspendetages (14. Juni), der jedes Jahr am Geburtstag des aus Österreich stammenden Entdeckers der Blutgruppen und des Rhesusfaktors, Karl Landsteiner, international begangen wird. Während in Österreich in der dafür in Frage kommenden Bevölkerung der Anteil der Blutspender bei mehr als drei Prozent liegt, sind es in Wien deutlich weniger. Dabei benötigt die Bundeshauptstadt pro Jahr rund 100.000 Blutkonserven.

Hinter Blutspende, Testung, Aufbewahrung und Auslieferung stecken enorm komplexe Prozesse. "Es ist eine sehr große organisatorische und logistische Leistung, rund um die Uhr Konserven mit vier Hauptkonstellationen (vier Blutgruppen jeweils Rhesus-positiv oder -negativ; Anm.) bedarfsgerecht lieferfähig zu haben", erklärte Christof Jungbauer, stellvertretender Leiter der Rotkreuz-Blutspendezentrale in Wien-Wieden. Immerhin läuft die Verbrauchsfrist einer Blutkonserve nur 42 Tage.

In den vergangenen 30 Jahren hat sich die Sicherheit im Transfusionswesen um Quantensprünge erhöht. So werden mittlerweile rund 20 verschiedene Tests auf Infektionserreger bei jeder Spende durchgeführt. Das Übertragungsrisiko für eine virale Infektion durch eine "Konserve" liegt nur noch bei eins zu mehreren Millionen Transfusionen. "Man kann Blut sehr gut mit der Sicherheit anderer Arzneimittel vergleichen", sagte Jungbauer. In diesem Jahr hinzu kam ein Test auf das West-Nil-Virus. Gleichzeitig bleiben die Unentgeltlichkeit der Blutspende und der umfassende Fragebogen bei jedem Spender wichtige zusätzliche Sicherheitsbarrieren.

Blut spenden dürften alle gesunden Frauen und Männer ab dem Alter von 18 Jahren (Frauen vier- bis fünf Mal pro Jahr, Männer sechs Mal pro Jahr im Abstand von mindestens acht Wochen. Das bisherige Alterslimit von 65 Jahren wurde aufgehoben. Erstspender dürfen aber nicht älter als 60 Jahre sein. Im Rahmen der Veranstaltung am Montag wurden fünf Institutionen (Erste Bank, Hanusch Krankenhaus, Porr AG, BOKU/Wien und die Generali Versicherung) für die Förderung von Blutspenden in den eigenen Reihen mit dem "Blood Award" ausgezeichnet.

apa.at

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