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APA-Artikel 16. Juni 2014

WGKK: Fusion der Krankenkassen geht auf Kosten der Versicherten

"Wir stehen mitten in der Umsetzung der Gesundheitsreform. Diesen Pfad sollten wir konsequent verfolgen, anstatt alte Diskussionen immer wieder aufzuwärmen". Mit diesen Worten erteilt Ingrid Reischl, Obfrau der WGKK und Vorsitzende der Trägerkonferenz, der immer wiederkehrenden Forderung nach einer Fusion der Krankenkassen eine klare Absage. Eine Zusammenlegung gehe auf Kosten der Versicherten. Seriös berechnete Einsparungen seien bisher ausgeblieben.

Reischl: "Eine optimale Gesundheitsversorgung kostet Geld. Und in der Verwaltung sind die Gebietskrankenkassen schon jetzt enorm effizient. Von jedem Euro, der als Beitrag an die Krankenkasse gezahlt wird, fließen nur zwei bis drei Cent in die Verwaltung. Der Löwenanteil kommt der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung zugute. Wie also hunderte Millionen Euro eingespart werden sollen, konnte mir noch niemand schlüssig erklären."

Fusion steigert Verwaltungskosten

Im Gegenteil: Die Zusammenlegung der Krankenkassen als Allheilmittel zu sehen bedeutet, die Versicherten zu täuschen. So belief sich der Nettoverwaltungsaufwand aller Krankenversicherungsträger im Jahr 2011 auf 415 Millionen Euro. Wenn eine Fusion angeblich Einsparungen von bis zu 400 Millionen Euro bringen soll, wären das rund 96 Prozent. Reischl: "Diese Fakten sprechen für sich." Und weiter: "Ich kann jedem nur empfehlen, die deutschen Rechnungshofberichte zu lesen. Dort wird festgehalten, dass die Fusion der Kassen die Verwaltungskosten sogar erhöht, nicht senkt".

Dazu kommt, dass sich die Zahl der Patientinnen und Patienten und damit der Aufwand für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung durch ein Zusammenführen der Kassen sicher nicht ändere, erklärt Reischl weiter. "Es stellt sich die Frage, ob hinter diesen Plänen in Wahrheit nicht Einschnitte bei den Leistungen stehen. Dann sollten das jene, die eine Zusammenlegung fordern, auch offen ansprechen."

apa.at

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