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APA-Artikel 12. Juni 2014

Krankenhaus Wien Nord: Neues Großspital mit mehr als 700 Betten

In Floridsdorf entsteht derzeit ein neues Wiener Großspital mit der schlichten Bezeichnung "Krankenhaus Nord". Auf einer rund 111.000 Quadratmeter großen Fläche wird - nach Plänen des Architekten Albert Wimmer - ein Mega-Bau errichtet, der über 785 Zimmer verfügen wird. Der Rohbau ist nun fertig. Ob damit auch die Debatten, die es um das Haus immer wieder gibt, beendet sind, ist hingegen offen.

An der Brünner Straße 68 wird (auf einem ehemaligen ÖBB-Grundstück) ein Areal von rund 51.000 Quadratmetern bebaut. Gleichzeitig wird ein fast 50.000 Quadratmeter großer Park errichtet. Im Krankenhaus Nord werden Ein- und Zweibettzimmer zum Standard gehören, wie der städtische Krankenanstaltenverbund (KAV) versichert. 46.000 stationäre Aufnahmen wird es laut derzeitigen Planungen pro Jahr geben. Die Zahl der Ambulanzbesuche wird auf 250.000 geschätzt, jene der Operationen auf 17.000. Insgesamt 2.500 Mitarbeiter werden im KH Nord beschäftigt sein.

Die Teilinbetriebnahme ist für 2015 vorgesehen, der Vollbetrieb soll 2016 erfolgen. Die Kosten wurden 2009 mit 825 Mio. Euro beziffert. Derzeit liegt man zuzüglich der Baupreisindexsteigerung bei 954 Mio. Euro. Die Grundsteinlegung erfolgte 2012, seither wurden 165.000 Kubikmeter Beton und 22.000 Tonnen Stahl verbaut. Innenausbau und Fassadenarbeiten haben bereits begonnen.

Das neue Krankenhaus sorgt seit der Bauentscheidung 2005 regelmäßig für Diskussionen. Schon die Frage des Grundstücks war nicht unumstritten. Zunächst war geplant, dass die Bieter beim Verfahren um die Errichtung des Spitals ein Grundstück selbst mitbringen müssen. Letztendlich wurde dieses Modell aber wieder verworfen, der KAV kaufte selbst eine Fläche.

Auch die Verhandlungen mit einem Bieterkonsortium wurden 2010 wieder beendet, da entschieden wurde, dass der KAV direkt einen Generalunternehmer beauftragt. Anlass für diesen Schritt war, so hieß es damals, dass die Europäische Investitionsbank (EIB) das Projekt als förderungswürdig einstufte und einen kostengünstigen Kredit gewährte.

Zuletzt wurden Fehlplanungen und Änderungen beim Zeitplan kolportiert. Auch davon, dass finanzielle Reserven für Baukostenüberschreitungen schon großteils aufgebraucht sind, war die Rede. Probleme entstanden demnach auch durch den Konkurs einer an den Fassadenarbeiten beteiligten Firma.

Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) wies die Vorwürfe zurück. Es gebe weder Verzögerungen noch eine ungeplante Kostensteigerung, betonte sie. Es hätten "Risiken" bestanden, die durch die begleitende Kontrolle aufgedeckt worden seien, hieß es. Der Zeitplan, so versprach sie, werde halten.

apa.at

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