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APA-Artikel 10. Juni 2014

D: Rund jede zweite geprüfte Krankenhaus-Abrechnung falsch

Rund jede zweite von den Kassen geprüfte Krankenhaus-Abrechnung ist falsch. Der dadurch entstandene Gesamtschaden belaufe sich auf hochgerechnet rund 2,3 Milliarden Euro, sagte Florian Lanz, Sprecher des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), am Dienstag in Berlin. Er bestätigte damit einen Bericht der "Frankfurter Rundschau". 2012 waren demnach knapp 53 Prozent aller überprüften Klinik-Rechnungen fehlerhaft. Behandlungen wurden zu hoch abgerechnet oder aber Leistungen aufgelistet, die laut GKV gar nicht erbracht wurden.

Auch für das erste Halbjahr 2013 ermittelte der Kassen-Verband einen ähnlich hohe Anteil von Falschabrechnungen. Würden die rund 2000 Kliniken richtig abrechnen, könnte der Beitragssatz in der Krankenversicherung, der derzeit bei 15,5 Prozent liegt, laut "FR" um 0,2 Punkte sinken. Nach Angaben des Kassen-Spitzenverbandes entsprechen Ausgaben von 1,2 Milliarden Euro etwa einem Beitragspunkt.

Die Kassen sind gesetzlich dazu verpflichtet, die Klinikabrechnungen zu überprüfen. In einem ersten Schritt werden die Abrechnungen auf Auffälligkeiten hin durchgesehen. Dies kann zum Beispiel ein zu langer Aufenthalt im Krankenhaus bei einer leichten Erkrankung sein. In einem zweiten Schritt werden dann bundesweit bis zu zwölf Prozent aller Abrechnungen genau geprüft. "Davon ist die Hälfte falsch", sagte Verbandssprecher Lanz.

Der Gesamtschaden von über zwei Milliarden Euro beruht demnach auf einer Hochrechnung der Kassen. Insgesamt geben die Kassen mehr als 66 Milliarden Euro für Krankenhausleistungen aus.

Ergibt die Prüfung, dass eine Abrechnung tatsächlich fehlerhaft war, muss die Klinik den zu viel erhaltenen Betrag zurückzahlen. Die Kassen ihrerseits müssen dem Krankenhaus eine Aufwandspauschale in Höhe von 300 Euro zahlen, wenn sich eine geprüfte Rechnung letztlich als korrekt erweist. Die Krankenkassen fordern daher seit langem zusätzliche Sanktionen für die Kliniken bei fehlerhaften Abrechnungen.

Der Gesetzgeber hatte der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und dem GKV-Spitzenverband aufgetragen, sich auf ein klares Verfahren für die Abrechnungsprüfungen zu verständigen. Die Verhandlungen sind laut GKV-Verband allerdings gescheitert. Nun soll eine Schiedsstelle nach Lösungen suchen.

apa.at

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