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APA-Artikel 6. Juni 2014

Primärversorgung: Ärzte laufen Sturm - Ministerium kalmiert

Die geplante neue Primärversorgung im Gesundheitssystem lässt weit vor ihrer Einführung die Wogen hoch gehen. Wie meist sind es die Ärzte, die gegen eine Papier von Ministerium und Sozialversicherung Sturm laufen. Konkret befürchtet die Wiener Kammer, dass es keinen Gesamtvertrag mehr geben soll sondern die Ärzte Einzelverträge abschließen müssten.

Tatsächlich legt das Arbeitspapier diesen Verdacht nahe, das Gesundheitsressort beschwichtigt aber und betont, dass es sich nur um ein Experten-Papier handle, das nicht fertig sei. Ohnehin würden bereits kommende Woche wieder Gespräche mit der Ärztekammer geführt, erklärte der Sprecher von Ressortchef Alois Stöger, Christoph Ertl, auf Anfrage der APA.

Der zuständige Sektionschef im Gesundheitsministerium, Clemens Martin Auer, meinte im Ö1-"Mittagsjournal", der "Arbeitsentwurf" sei in vielen Punkten so formuliert, dass er zu Missverständnissen führe. Auer beschwichtigte dann auch, dass es weiterhin Gesamtverträge geben werde, die zwischen den Tarifpartnern auszuverhandeln seien.

Etwas anderem würde die Kammer wohl auch nicht zustimmen, droht man doch schon wieder mit Kampfmaßnahmen. Im aktuellen Wiener Ärztekammer-Newsflash heißt es, dass "die Zerstörung der hausärztlichen Versorgung mit allen demokratisch zulässigen Mitteln bekämpft" werde.

Die Standesvertretung der Mediziner glaubt ja, dass mit den Plänen von Ministerium und Sozialversicherung das gesamte hausärztliche System vernichtet wird, etwa dadurch, dass es keine Einzelordinationen mehr geben soll. Freilich wird auch das im Gesundheitsressort dementiert.

Sehr wohl werde es auch künftig Einzelordinationen geben und das System insgesamt solle jedenfalls so aufgestellt werden, dass der Hausarzt aufgewertet und die Primärversorgung ausgebaut und verbessert werde. Abgezielt wird dabei darauf, dass entweder Primärversorgungszentren unterschiedlicher Ärzte unter einem Dach etabliert werden oder Primärversorgungsnetzwerke, wo Mediziner kooperieren, die aber nicht am selben Standort ihre Ordinationen haben.

Details will das Gesundheitsministerium vorerst aber keine bekanntgeben. Diese würden sich erst in den Gesprächen mit allen Vertragspartnern entscheiden. Vorgestellt soll das fertige Konzept am 30. Juni im Rahmen der Bundeszielsteuerungskommission werden.

apa.at

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