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APA-Artikel 23. Mai 2014

Immer mehr Kassenstellen in Niederösterreich nicht besetzbar

Die Ärztekammer schlägt Alarm: Immer mehr Kassenstellen in Niederösterreich sind nicht besetzbar. "Der Trend, der andere Bundesländer bereits erreicht hat, setzt sich nun auch in Niederösterreich fort", so Dr. Christoph Reisner, MSc, Präsident der NÖ Ärztekammer. "Für die ausgeschriebenen Kassenplanstellen für Allgemeinmedizin in Puchenstuben, Horn, Wulzeshofen und Obergrafendorf/Weinburg ist keine einzige Bewerbung eingelangt."

"Dabei steuern wir auch auf eine Pensionierungswelle von Ärztinnen und Ärzten zu, die uns erst in den kommenden Jahren voll treffen wird", so MR Dr. Dietmar Baumgartner, Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte in Niederösterreich. "Kein Mensch macht sich Gedanken, wie man diese Lücken füllen können wird. Obwohl wir seit Jahren auf diese bedrohliche Entwicklung hinweisen."

Es gibt genug Ärztinnen und Ärzte, aber immer weniger attraktive Arbeitsplätze

Die Gründe für die mangelnde Attraktivität von Kassenstellen liegen laut Präsident Dr. Reisner auf der Hand: "Wir haben nicht zu wenig Ärztinnen und Ärzte, sondern ganz im Gegenteil. Es haben nur immer weniger von ihnen Interesse, im öffentlichen Gesundheitssystem zu arbeiten. Der Zielsteuerungsvertrag bietet nun die einmalige Chance, die Rahmenbedingungen neu zu gestalten und damit für die Ärztinnen und Ärzte wieder attraktiv zu machen. Arbeitsplätze müssen wieder interessanter werden, damit mehr Ärztinnen und Ärzte ins öffentliche Gesundheitswesen einsteigen."

"Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen", so Dr. Baumgartner weiter. "Wir schaffen mit immensem Finanzaufwand sogar noch neue Studienplätze, nur um Ärztinnen und Ärzte auszubilden, die dann aber ins Ausland gehen, weil sie dort bessere Arbeitsbedingungen vorfinden. Und unsere Politiker sind nicht willens oder in der Lage, die Arbeitsbedingungen im eigenen Land so zu ändern, dass unsere Ärztinnen und Ärzte mit Freude ihrem Beruf nachgehen können."

apa.at

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