zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 22. Mai 2014

Frauenberger: "FGM durch Aufklärung verhindern"

"FGM ist eine brutale Menschenrechtsverletzung. Diese Genitalverstümmelung hat furchtbare psychische und physische Folgen. Leider gibt es auch in Wien genug Opfer, die unsere Unterstützung brauchen", unterstreicht die Wiener Frauenstadträtin Sandra Frauenberger am Donnerstag bei der Eröffnung der Fachtagung zu FGM (female genital mutilation), die gemeinsam von der Frauengesundheitsbeauftragten der Stadt Wien, der Medizinischen Universität Wien sowie FEM Süd veranstaltet wird.

Am wichtigsten sei aber die Prävention, betont die Frauenstadträtin weiter: "Im Kampf gegen FGM ist Aufklärungsarbeit das wichtigste Instrument. Die Stadt Wien setzt daher auf Schulungen in den Spitälern und hat einen eigenen Leitfaden erstellt, der vor allem im Umgang mit Opfern unterstützen soll. Ganz zentral ist hierbei eine enge Zusammenarbeit mit den Communities."

Engagement der Stadt Wien gegen FGM

Wichtigste Anlaufstelle für Betroffene ist das FGM-Beratungszentrum im FEM-Süd im Kaiser-Franz-Josef-Spital, das österreichweit zu den wichtigsten Kompetenzzentren in Sachen FGM zählt. Auch die Krankenanstalt Rudolfstiftung ist eine wichtige Anlaufstelle für Betroffene. Daneben setzt Wien auf die Sensibilisierung von Berufsgruppen, die potenzielle Opfer erreichen können. FGM-Schulungen wurden in Wien in allen Geburtshilfeabteilungen der öffentlichen Spitäler durchgeführt. Aber auch SozialarbeiterInnen, KindergärtnerInnen, SchulärztInnen, JugendbetreuerInnen und Hebammen werden zu FGM-ExpertInnen ausgebildet. Hierfür zeichnen sich die Wiener Frauengesundheitsbeauftragte Beate Wimmer-Puchinger und die Frauenabteilung der Stadt verantwortlich. Ein eigener Leitfaden hilft beim richtigen Umgang mit betroffenen Mädchen und Frauen. Er wurde von der Frauenabteilung (MA 57) und der Integrationsabteilung (MA 17) der Stadt finanziert und richtet sich an alle Berufsgruppen, die häufig Ansprechpersonen für von FGM Betroffene sind. Zum fachlichen Austausch gibt es in Wien einen eigenen FGM-ExpertInnen-Beirat.

Das FGM-Beratungszentrum im FEM-Süd ("Gesundheitsberatung für Frauen aus von FGM betroffenen Ländern") bietet Opfern und FGM bedrohten Frauen medizinische und psychosoziale Betreuung. Das Beratungsangebot steht darüber hinaus auch allen anderen Frauen, die Unterstützung bei gesundheitlichen und psychosozialen Belangen benötigen, offen.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben