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APA-Artikel 22. Mai 2014

Studie: Bessere Allgemeinmedizin-Versorgung untertags notwendig

Die österreichische Gesundheitsreform plant auch Ärztezentren mit verlängerten Öffnungszeiten. Eine aktuelle britische Studie belegt jetzt, dass die Möglichkeit, während der normalen Arbeitszeit zum Arzt gehen zu können, die Inanspruchnahme von medizinischen Diensten zu Randzeiten reduziert und die Versorgung verbessert.

Die Studie von Yin Zhou (Cambridge Centre for Health Services Research) ist in der Fachzeitschrift "Emergency Medicine Journal" (Notfallmedizin-Journal) erschienen. Dabei wurden die Daten einer Befragung von 567.049 Patienten analysiert, welche 2011/2012 innerhalb von sechs Monaten in Großbritannien einen Allgemeinmediziner aufgesucht hatten.

Insgesamt sieben Prozent der Patienten hatten eine medizinische Primärversorgung auch zu Randzeiten in Anspruch genommen. In Österreich wären das wahrscheinlich sogenannte "Selbstzuweiser" in Spitalsambulanzen. Laut den Berechnungen der britischen Experten könne die Möglichkeit, einen Allgemeinmediziner während "normaler" Tageszeiten aufzusuchen, die Frequenz der Benutzung anderer Service-Einrichtungen zu Randzeiten relativ um elf Prozent reduzieren (von 7,5 Prozent als Spitzenwert auf 6,7 Prozent).

Gleichzeitig stellte sich heraus, dass mehr Behandlungskapazitäten zu "normaler" Tageszeit praktisch automatisch die Inanspruchnahme von medizinischen Versorgungseinrichtungen zu Randzeiten reduziert. Schließlich dürfte die Häufigkeit, mit der Patienten die Primärversorgungseinrichtungen außerhalb der üblichen Arbeitszeit aufsuchen aber auch nicht unbedingt etwas mit einem Fulltime-Berufsleben zu tun haben. Denn in der britischen Studie zeigte sich, dass gerade Teilzeitbeschäftigte, Arbeitslose und in Ausbildung stehende Personen häufiger zu Randzeiten medizinisch versorgt werden wollen.

apa.at

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