zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 16. Mai 2014

Mehr Geld für Psychotherapie!

Laut WHO wird die Depression 2030 zur Volkskrankheit Nr. 1, noch vor den Herz-Kreislauferkrankungen. Psychische Erkrankungen nehmen drastisch zu. In Österreich sind über 400.000 Menschen betroffen. Der Bedarf an Psychotherapie liegt bei 3-5 Prozent der Bevölkerung. "Während in der Schweiz und in Deutschland der Versorgungsgrad für Psychotherapie bei etwa 3 Prozent liegt, haben wir in Österreich eine krasse Unterversorgung", so die Vorsitzende des Wiener Landesverbandes für Psychotherapie, Leonore Lerch, "nur rund 0,8 Prozent der Bevölkerung erhalten in Österreich eine psychotherapeutische Behandlung."

Wenn Menschen mit psychischen Problemen keine Hilfe oder zu spät Hilfe erhalten, kann dies zu Chronifizierungen, und in Folge zu einem kontinuierlichen Anstieg von Krankenstandstagen, Arztbesuchen, stationären Aufenthalten und einem steigenden Konsum von Psychopharmaka führen.

Statt früh, ambulant und kostengünstig müssen die PatientInnen dann spät, stationär und teuer behandelt werden. Laut AK-Studie 2012 betragen die volkswirtschaftlichen Folgekosten von psychischen Erkrankungen ca. 3,3 Milliarden Euro.

Der Vorstandsvorsitzende des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger, Dr. Hans Jörg Schelling, stellte gestern fest, dass die Krankenkassen fast schuldenfrei sind und jetzt Rücklagen gebildet werden können, um für künftige neue Herausforderungen gerüstet zu sein ...wie etwa im Bereich der psychischen Erkrankungen (OTS, 15.05.2014).

Lerch begrüßt die Überlegungen des Hauptverbandes, mehr Geld in die Behandlung von psychisch erkrankten Menschen zu investieren und weist darauf hin, dass der Stellenwert der Psychotherapie als effektive und kostengünstige Behandlungsmethode vom Gesundheitswesen noch immer weit unterschätzt wird. Jeder Euro, der in die psychische Gesundheit investiert wird, bringt ein Mehrfaches an gesellschaftlichem Nutzen. Lerch: "Man müsse jetzt rasch handeln und bürokratische Hürden abbauen, damit die Menschen, die dringend Psychotherapie benötigen, sie schnell bekommen!"

apa.at ots

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben