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APA-Artikel 8. Mai 2014

Mitterlehner: Gesundheitstourismus stärken, neue Wachstumschancen nützen

Zum Auftakt der 4. Tourismuskonferenz von Bund und Ländern präsentierte Wirtschafts- und Tourismusminister Reinhold Mitterlehner gemeinsam mit Burgenlands Tourismuslandesrätin Michaela Resetar und Österreich-Werbung-Geschäftsführerin Petra Stolba aktuelle Maßnahmen für den Ausbau des Gesundheitstourismus.

"Der Gesundheitstourismus ist saisonunabhängig, bietet neue Wachstumschancen und schafft zusätzliche Arbeitsplätze. Auch aufgrund des demographischen Wandels mit einer älter werdenden Gesellschaft handelt es sich dabei um einen der künftigen Megatrends", sagte Mitterlehner am Donnerstag in Bad Tatzmannsdorf. Nach dem Rekordjahr 2013 verdeutliche die schwierige Wintersaison, wie wichtig wetterunabhängige Angebote sind, um den Tourismus noch krisenfester zu machen. Unterstützend wirken die bei der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) abrufbaren Förderungen. Allein in den vergangenen vier Jahren hat die ÖHT mit zinsgünstigen Krediten von 130 Millionen Euro für Gesundheits- und Wellnessbetriebe ein Investitionsvolumen von 280 Millionen Euro ermöglicht.

"Das Burgenland entwickelt sich immer mehr zur Ganzjahresdestination. Knapp 50 Prozent der 2,85 Millionen Nächtigungen im Burgenland entfallen auf den Wellness- und Thermentourismus. Seit 1995 gab es ein Nächtigungsplus von rund 40 Prozent, die Bettenauslastung ist gestiegen und die Arbeitsplätze in der Gastronomie und Beherbergung haben sich auf über 6.100 verdoppelt. Mit Unterstützung der EU, des Bundes und durch die Kofinanzierung des Landes wurden seit 1995 von Tourismus- und Freizeitbetrieben im Burgenland über 950 Millionen Euro investiert" hebt Landesrätin Resetar hervor und bedankt sich bei Mitterlehner für die hervorragende Unterstützung.

Gesundheitstourismus mit Wachstumschance in Richtung 20 Prozent

Österreichweit waren zuletzt schon 20 Millionen Nächtigungen pro Jahr dem Gesundheitstourismus zuzuordnen, was einem Anteil von 15 Prozent an allen Nächtigungen in Österreich entspricht. "Wir wollen diesen Anteil künftig in Richtung 20 Prozent steigern. Dabei geht der langfristige Trend in Richtung einer stärkeren Spezialisierung - also von reinen Wellness-Angeboten, die oft nur als Zusatzangebote wahrgenommen werden, hin zu ganzheitlichen Konzepten. Umso wichtiger ist eine qualitative Vertiefung der Angebote, wofür Österreich dank seiner sauberen Umwelt und der einzigartigen Natur beste Voraussetzungen hat", so Mitterlehner. "Gesundheitsangebote, die ihre Ressourcen aus der Region schöpfen, werden mit ihrem authentischen Bezug beim Gast punkten können. Zum Beispiel Alpine-Wellness-Angebote, die eingebettet in die Landschaft die gesundheitliche Wirkung der alpinen Höhenlage nutzen und auf Besonderheiten wie Massagen mit Steinöl, Holz in der Bauweise oder Verarbeitung von Lebensmitteln lokaler Biolieferanten in der Küche setzen", konkretisiert ÖW-Geschäftsführerin Petra Stolba.

Neue Herbstkampagne der Österreich Werbung

Der Gesundheitstourismus ist auch einer der Schwerpunkte in der neuen ÖW-Herbstkampagne, die 2014 unter dem Motto "Entdecke den Herbst für Dich. Urlaub in Österreich." steht. Neben Wellness und Regeneration geht es dabei um die Aspekte Bewegung und Genuss (Wandern, Rad, Wein) sowie Kultur in Stadt und Land. Mitterlehner und WKO-Bundesspartenobmann Hans Schenner haben sich auf diese Herbstoffensive zur Saisonverlängerung mit einem Volumen von rund 500.000 Euro geeinigt. "Wir zielen damit vor allem auf den inländischen Gast ab, wollen also noch mehr Österreicherinnen und Österreicher zu einem Urlaub im eigenen Land motivieren. Damit bleibt Kaufkraft im Land", so Mitterlehner. "Mit attraktiven, buchbaren Angeboten und einer aufmerksamkeitsstarken Kampagne wollen wir für Kurzreisen im Herbst begeistern. Denn eine Stärkung der Monate September und Oktober ist ein wichtiger Beitrag auf dem Weg zum Ganzjahrestourismus", ergänzt Stolba.

Tourismus als Konjunkturstütze - Investitionsbereitschaft steigt

Als positives Signal für einen stärkeren Aufschwung wertet Mitterlehner, dass die Investitionsbereitschaft der Tourismuswirtschaft steigt: In den ersten vier Monaten 2014 ist die Kreditnachfrage bei der ÖHT gegenüber demselben Zeitraum des Vorjahres um zehn Prozent höher, das beantragte Kreditvolumen lag bei 94,5 Millionen Euro. Sogar um 30 Prozent gestiegen ist die Nachfrage nach Jungunternehmerförderungen, mit denen Projekte im Gegenwert von 13,4 Millionen Euro unterstützt werden konnten. "Damit werden neue, innovative Projekte unterstützt, die der Tourismus dringend braucht, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben", so Mitterlehner. Als neues Angebot wird über die ÖHT eine Kooperation mit der Europäischen Investitionsbank gestartet. "Damit werden unsere Tourismusbetriebe pro Jahr ein zusätzliches Kreditvolumen von 38 Millionen Euro abrufen können. Insgesamt wollen wir die Funktion des Tourismus als Konjunkturstütze weiter stärken", betont Mitterlehner.

Neue Gesundheitsplattform als Ziel des Burgenlands

Um sich gemeinsam besser vermarkten zu können, spricht sich Landesrätin Resetar für eine bundesländerübergreifende Gesundheitsplattform im Tourismus aus: "Wir könnten uns damit noch stärker als Gesundheits- und Wellnessland präsentieren. Die engere Kooperation im Marketing, die klare Aufgabenverteilung und das Bündeln von Kräften sind wichtige Erfolgsfaktoren" betont Resetar. Als weitere Maßnahme will sie die Dachmarke "Gesundheits- und Wohlfühlland Burgenland" etablieren, um die gesundheitstouristischen Angebote noch stärker mit den Themen Wein, Kulinarik, Sport, Kultur und Natur zu verknüpfen.

Abgestimmtes Vorgehen von Bund und Ländern

Im Rahmen der jährlichen Tourismuskonferenz kommen Bund, Länder und Branchenvertreter zusammen, um über aktuelle Chancen und Herausforderungen zu diskutieren. Neben dem Gesundheitstourismus geht es insbesondere um die Themen Marketing, effiziente Förderungen und Betriebsübergaben. "Durch ein abgestimmtes Vorgehen wollen wir die Rahmenbedingungen für Tourismusbetriebe verbessern und Österreichs Position im internationalen Wettbewerb stärken. In dieser Hinsicht hat sich auch unsere vor vier Jahren gestartete Tourismusstrategie bezahlt gemacht", so Mitterlehner. Die nächste Tourismuskonferenz wird auf Einladung des Landes Niederösterreich am 28. Mai 2015 in Krems stattfinden.

apa.at

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