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APA-Artikel 8. Mai 2014

Hochgebirgsklinik Davos will Allergieforschung stärken

Nach der Rettung vor dem Konkurs strebt die Hochgebirgsklinik Davos eine Neuausrichtung an. Ziel ist es, bis 2016 einen Allergieforschungs- und Klinik-Campus zu errichten. Die Liegenschaften der Hochgebirgsklinik erwirbt der Unternehmer und Milliardär Klaus-Michael Kühne.

Geplant sei, auf dem neuen Campus Klinik und Forschung unter einem Dach zu betreiben, sagte Joseph Rohrer, Stiftungsratspräsident der Davoser Klinik, am Donnerstag vor den Medien in Zürich. Im Zentrum stehe die Allergieforschung, die Rohrer als "Pest der Neuzeit" bezeichnete.

Obschon in Industrieländern bis zu 30 Prozent der Bevölkerung unter Allergien litten, fliesst momentan laut Rohrer, der auch Verwaltungsratspräsident des Berner Inselspitals ist, nur wenig Geld in die Forschung. Die grössten Beträge würden für die Behandlung ausgegeben.

Ein wichtiger Pfeiler des neuen Campus soll das Christine Kühne Center for Allergy Research and Education (CK-Care) werden, das seinen Hauptsitz bereits heute an der Hochgebirgsklinik hat. Zudem wird das Schweizerische Institut für Allergieforschung (SIAF) den Sitz an die Klinik verlegen. Auch Kooperationen mit Universitätskliniken sind geplant.

Das CK-Care wurde 2009 vom Ehepaar Kühne gegründet. Es widmet sich der Allergieforschung- und ausbildung. Über die Kühne-Stiftung wurde es bisher mit 20 Millionen Franken gefördert. Für die nächsten fünf Jahre soll das Zentrum sogar 25 Millionen Franken erhalten, wie Logistik-Unternehmer Klaus-Michael Kühne erklärte.

Mit Blick auf die geglückte Rettung sprach Kühne von einer "besonders glücklichen Kombination". Einerseits sei mit dem Erwerb der Liegenschaften die Rettung einer angesehen Klinik geglückt, anderseits profitiere das CK-Care von dieser Entwicklung.

Auf dem geplanten Campus sind laut Kühne verschiedene Investitionen geplant. So soll etwa bis 2016 ein leistungsfähiges Labor entstehen. Die Planungen seien bereits im Gange gewesen. Nach Lösung der Entschuldungsfrage müssten sie nun aber verfeinert werden.

Joseph Rohrer betonte, dass die Klinik allen offen stehe, die von Allergien betroffen seien. Eine "Schickimicki-Klinik" werde es nicht geben.

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass sich die finanziell angeschlagene Hochgebirgsklinik mit den Gläubigern über den Abbau des Schuldenbergs in Höhe von 40 Millionen Franken einigen konnte. Dank dem Engagement von Kühne sowie dem Forderungsverzicht von Gläubigern wurde die Nachlassstundung aufgehoben.

Die Hochgebirgsklinik besteht seit 1910. Der Bündner Ferien- und Kurort Davos musste in den letzten Jahren einige Klinikschliessungen verkraften. 2004 gaben gleich drei von sieben auf. Einer der Hauptgründe ist, dass die Versicherer sparen und Patienten nicht mehr ins Gebirge zur Rehabilitation schicken.

apa.at

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