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APA-Artikel 7. Mai 2014

Mammografie-Programm: E-Card als "Schlüssel" für Teilnahme 1

Die schwache Beteiligung am seit Anfang 2014 laufenden österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramm wird mit 1. Juli zu Änderungen führen. Die E-Card wird für Frauen zwischen 45 und 69 Jahren für die Vorsorge-Mammografie freigeschaltet. Das bisher geltende Alterslimit von 70 Jahren entfällt, hieß es am Mittwoch bei einer Pressekonferenz von Sozialversicherung und Ärztekammer in Wien.

"Im Rahmen des bestehenden Früherkennungsprogramms werden alle Frauen zwischen 45 und 69 Jahren alle zwei Jahre zu der Mammografie-Untersuchung eingeladen. Daran wird sich nichts ändern. Die Adaptierung der Einladungsmodalitäten erfolgen, um die Beteiligung zu steigern", erklärte Manfred Brunner, Obmann der Vorarlberger Gebietskrankenkasse und im Hauptverband der Sozialversicherungsträger für die Verhandlungen für das "früh erkennen"-Projekt verantwortlich.

Derzeit liege die Beteiligung der Frauen an dem Früherkennungsprogramm bei 33 Prozent. Die Entwicklung zum Positiven laufe nicht so schnell, wie man sich das ursprünglich erwartet habe, sagte Brunner.

Die wichtigen Änderungen, die mit 1. Juli umgesetzt werden, umfassen mehrere Maßnahmen: Grundsätzlich wird es weiterhin Einladungen an die Frauen zwischen 45 und 69 Jahre geben. Jene, die nicht warten wollen, können sich aber selbstständig einen Termin beim Radiologen vereinbaren oder sollen vom Vertrauensarzt die entsprechende Empfehlung bekommen. Die E-Card gilt als "Schlüssel" für die Teilnahme. Erfolgt die Vorsorge-Mammografie, wird die Karte für diese Untersuchung für zwei Jahre gesperrt. Brunner: "Dann beginnt das Zwei-Jahres-Rad für die Einladungen zu laufen."

Weiterhin werden Frauen im Alter ab 40 Jahren eine Opt-in-Möglichkeit für das Programm haben. Diese Möglichkeit soll auch für Frauen im Alter über 70 Jahren geschaffen werden. Unverändert bleibt jederzeit die Möglichkeit für eine "kurative" Mammografie nach einer Indikationsliste, zum Beispiel bei Verdachtsmomenten auf ein Mammakarzinom.

Den Änderungen waren in den vergangenen Monaten heftige Diskussionen vorangegangen. Die Crux war eindeutig die geringe Beteiligung. Im Vergleich zu den Zahlen von 2011 gab es laut den österreichischen Radiologen auf der Basis der Daten des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger einen Rückgang um 35 Prozent. Man hatte 70 Prozent der Frauen erreichen wollen, kam aber kumulativ bis einschließlich der 17. Kalenderwoche nur auf rund zehn Prozent.

Zu 80 Prozent kamen sie auf direkte Zuweisung (kurativ/Verdacht) durch ihre Ärzte zur Mammografie, nur zu 20 Prozent aufgrund der Einladungen. Nur 0,3 bis 0,4 Prozent der Frauen gingen durch die Einladungen erstmals zur Mammografie.

Brustkrebs ist mit jährlich mehr als 5.000 Neuerkrankungen das häufigste Karzinom bei Frauen. Pro Jahr gibt es in Österreich rund 1.600 Todesfälle. Man geht davon aus, dass eine Beteiligung von 70 Prozent an einem Früherkennungsprogramm die Mortalität um etwa 30 Prozent reduzieren kann, weil mehr Karzinome im Frühstadium erkannt werden. Außerdem kann damit die Rate der brusterhaltenden Operationen erhöht werden.

apa.at

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