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APA-Artikel 7. Mai 2014

Menschen mit Behinderungen - Noch immer zahlreiche Barrieren

Noch immer gibt es für Menschen mit Behinderung zahlreiche Barrieren. Ein Fortschritt sei jedoch erkennbar, "Behindertenvertreter haben sich massiv eingesetzt, dass wir da stehen, wo wir stehen", sagte Dorothea Brozek, Vorstandsmitglied von der NGO "Licht für die Welt" bei einem Pressetermin zum Thema "Vielfalt hautnah erleben" anlässlich der globalen Bildungswoche in Wien.

So habe es beispielsweise beim Bau der Wiener U-Bahnen keine Lifte gegeben. Damals gab es dann eine Studie dazu, wonach in den 80er-Jahren 25 Prozent der Menschen die U-Bahn nicht benützen konnten, sagte die Expertin. Das habe sich mittlerweile deutlich gebessert.

Neben den physischen Barrieren in der Infrastruktur gibt es für Menschen mit Behinderung auch Kommunikations- und soziale Barrieren. Wichtig sei die Entwicklung hin zu einer "inklusiven Gesellschaft", weg von Einrichtungen, sagte Brozek, die sich seit ihrer Studienzeit in der Behindertenbewegung engagiert und zahlreiche Initiativen mitbegründet hat. Bei Inklusion geht es darum, jedem Einzelnen die Teilhabe an der Gemeinschaft zu ermöglichen, vorhandene Barrieren zu erkennen und diese aktiv zu beseitigen. Inklusion betrachtet die Vielfalt der Menschen als Selbstverständlichkeit, alle sollen die gleiche Chance haben, unabhängig von Behinderung, sozialer und kultureller Herkunft oder Sprache.

Bereits eingesetzt habe ein Paradigmenwechsel, sagte die Expertin. Weg vom medizinischen Modell von Behinderung, bei dem eine Behinderung als persönliches Problem gesehen wird und hin zum sozialen Modell, bei dem das Problem in der Umwelt gesehen wird, wodurch der Mensch behindert wird.

Als Beispiel nannte Brozek ältere Straßenbahnen, die nicht ebenerdig zugänglich sind. Beim medizinischen Modell ist die Einschränkung, dass ein Mensch im Rollstuhl diese Bim nicht benützen kann, eine Folge der Schädigung. Beim sozialen Modell "liegt der Defekt bei der Straßenbahn", sagte Brozek.

Österreich hat 2008 die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen ratifiziert, ebenso ein Zusatzprotokoll. Die Unterzeichnerstaaten haben sich dazu verpflichtet, Menschenrechte von Menschen mit Behinderungen zu fördern, die in der Konvention festgelegten Standards durch Gesetze umzusetzen und zu gewährleisten.

apa.at

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