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APA-Artikel 2. Mai 2014

Huainigg: Inklusion von Menschen mit Behinderung muss Teil der europäischen Entwicklungspolitik werden

Seit dem Jahr 2000 ist die internationale Entwicklungspolitik geprägt von den Millenniumsentwicklungszielen, welche das Hauptaugenmerk auf die Bekämpfung von Armut und Hunger legen. Bis zum Jahr 2015 hätten diese Ziele erreicht werden sollen. "Auch wenn der Anteil der Menschen, die in extremer Armut leben, zurückgegangen ist, so gibt es noch viel zu tun. Die Welt hat sich seit dem Jahr 2000 erheblich verändert, nun gibt es neue Herausforderungen wie etwa weltwirtschaftliche, demographische und ökologische Probleme. Darauf müssen wir mit einer neuen, umfassenderen und wirksameren Entwicklungsagenda reagieren", sagt Abg. Dr. Franz-Joseph Huainigg, ÖVP-Sprecher für Menschen mit Behinderung und Sprecher für Entwicklungszusammenarbeit (EZA).

Huainigg ergänzt: "Die zukünftigen Nachhaltigkeits- und Entwicklungsziele müssen aus umfassenden gesellschaftlichen Beteiligungsprozessen auf Länder- und UN-Ebene hervorgehen. Jedes Land sollte hier seine Expertise in die Diskussion einbringen. Österreich hat in Bezug auf Menschen mit Behinderung in der EZA in der internationalen Staatengemeinschaft eine wichtige Vorreiterrolle. Wir haben in diesem Bereich schon viel erreicht: Es wurde ein Arbeitskreis 'Menschen mit Behinderung' eingerichtet, letztes Jahr wurde ein Entschließungsantrag eingebracht, dem zufolge man Menschen mit Behinderung in allen Projekten der EZA miteinbeziehen muss und vor kurzem veröffentlichte die Austrian Development Agency (ADA) das Handbuch 'Menschen mit Behinderung. Inklusion als Menschenrecht und als Auftrag'".

Rund 15 Prozent der Weltbevölkerung haben eine Behinderung und 80 Prozent davon leben in Entwicklungsländern. Zudem schätzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass sich aufgrund demographischer Veränderungen die Zahl der Menschen mit mittelschweren bis schweren Behinderungen bis zum Jahre 2035 verdoppeln wird. "Eine nachhaltige Entwicklung ist nur dann möglich, wenn Inklusion von Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen gewährleistet ist. In allen Projekten der EZA müssen sie mitbedacht werden. Zusätzlich braucht es spezielle Maßnahmen zum Empowerment von Menschen mit Behinderung", meint Huainigg und fordert abschließend: "Wir müssen unsere Expertise in diesem Bereich in die Post-2015-Agenda einbringen. Das gelingt am besten, wenn wir hierfür eine eigene Zielformulierung zur Inklusion von Menschen mit Behinderung fordern".

APA-OTS

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