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APA-Artikel 2. Mai 2014

Rhön rechnet mit hoher Zustimmung für 1,7-Mrd.-Euro-Aktienrückkauf

Für den geplanten Rückkauf eigener Anteile für 1,7 Milliarden Euro rechnet sich das Rhön-Management eine breite Zustimmung seitens der Aktionäre aus. "Nach den bisherigen Gesprächen mit Investoren sind wir sehr zuversichtlich, die nötige Mehrheit für den Rückkauf zu erhalten", sagte Finanzvorstand Jens-Peter Neumann am Mittwoch in Frankfurt.

Die Aktien sollen bis Dezember gekauft und danach eingezogen werden. Den Beschluss muss die Hauptversammlung der Rhön-Klinikum am 12. Juni fassen. Es reiche eine einfache Mehrheit des vertretenen Kapitals, sagte Neumann. Mit dem Einzug der zurückgekauften Papiere würde sich das Grundkapital mehr als halbieren.

Sollten die Aktionäre dem Aktienrückkauf nicht mit der nötigen Mehrheit zustimmen oder sollten dagegen Klagen eingehen, schwebt Rhön als Alternative eine Sonderdividende vor. Diese würde dann 12,08 Euro je Aktie betragen. Als reguläre Dividende für 2013 sollen wie für das Vorjahr 25 Cent je Aktie an die Aktionäre fließen. Nach dem milliardenschweren Verkauf eines Großteils seiner Kliniken an Fresenius sitzt der Klinikbetreiber auf viel Geld.

Rhön will sich zudem von der Hauptversammlung die Zustimmung für einen weiteren Aktienrückkauf einholen. 2015 könnten dann bis zu 10 Prozent des Grundkapitals eingezogen werden. Dafür müsste der Konzern einen dreistelligen Millionenbetrag aufwenden.

Rhön-Aktien reagierten auf die Pläne mit einem Kursrückgang von 2,60 Prozent auf 23,25 Euro, da sich wohl einige Investoren bei den Details zum Rückkaufprogramm mehr erwartet hatten. Dieses sei nicht unbedingt vorteilhaft für die Kleinaktionäre, schrieb Commerzbank-Analyst Volker Braun. Allerdings sei es die alternativ vorgeschlagene Sonderdividende von 12,08 Euro je Aktie noch weniger.

Wie Rhön weiter mitteilte, soll der Eigentümer des Medizintechnik-Konzerns B. Braun, Ludwig Georg Braun, in den Aufsichtsrat von Rhön einziehen. Er hält derzeit rund 15 Prozent der Aktien und ist damit vor dem Investor Alecta der größte Anteilseigner. Rhön-Gründer und Aufsichtsratschef Eugen Münch kommt zusammen mit seiner Frau auf 12,4 Prozent der Anteile.

Der Braun-Gründer und der Hamburger Klinikkonzern Asklepios hatten vergangenen Dezember ihren erbitterten Widerstand gegen den Verkauf der Rhön-Häuser an Fresenius aufgegeben und so den Weg für den 3-Milliarden-Deal freigemacht. Fragen darüber, mit welchen Anteilen die derzeitigen Großaktionäre nach dem geplanten Aktienrückkauf an Rhön beteiligt sein werden, beantwortete Finanzchef Neumann nicht.

Rhön will nun auch wieder stärker bei Übernahmen mitmischen: "Wir wollen neben dem organischen Wachstum auch wieder verstärkt nach Zukäufen Ausschau halten", sagte Konzernchef Martin Siebert. Der Konzern sucht vor allem Kliniken, die zum bestehenden Portfolio passen, das stark auf die Bereiche Herz-Kreislauf sowie Lungenerkrankungen, Onkologie und Neurologie ausgerichtet ist.

Die "neue" Rhön betreibt zehn Kliniken an fünf Standorten und beschäftigt künftig etwa 15 000 Menschen. Nach dem Deal ist der im MDax notierte Klinikbetreiber mit dem Uniklinikum Gießen und Marburg unter den privaten Klinikbetreibern Deutschlands die Nummer vier. Von den 40 Kliniken seien bereits 39 auf Fresenius übertragen worden, sagte Siebert. Die Zustimmung für die Dr. Horst-Schmidt-Kliniken werde im Mai erwartet. Für drei Kliniken, die nach den Kartellauflagen nicht an Fresenius verkauft werden konnten, habe Rhön ein Bieterverfahren eröffnet.

Wegen der Neuausrichtung sei für das laufende Jahr weiter keine Prognose möglich. 2015 - dem ersten Jahr in der neuen Konstellation - soll der Erlös 1,06 bis 1,12 Milliarden Euro und der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) 145 bis 155 Millionen Euro betragen. 2013 hatte Rhön einen Umsatz von gut 3 Milliarden Euro erzielt. Das Ebitda war auf 275,4 (VJ: 292) gefallen, während der Gewinn wegen der Kosten für den Verkauf auf 90,0 Millionen Euro gesunken war - ein Minus von 2,6 Prozent.

apa.at

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