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APA-Artikel 25. April 2014

Sozialminister Hundstorfer will gesunde und stressfreie Arbeitsplätze

Im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien hat Sozialminister Rudolf Hundstorfer heute eine erste Bilanz über ein Jahr Novelle des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes im Hinblick auf psychische Belastungen am Arbeitsplatz gezogen. "Mittlerweile wissen ArbeitgeberInnen, dass sie - wie mit der Novelle des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes 2013 klargestellt - nicht nur die körperliche, sondern auch psychische Gesundheit von ArbeitnehmerInnen zu schützen haben. So sehr ich begrüße, dass das neue ArbeitnehmerInnenschutzgesetz erste, vielversprechende Früchte trägt, werde ich mich erst zufrieden geben, wenn alle Betriebe - vor allem auch die mittleren und kleinen - mitziehen und ihre Hausaufgaben im Bereich des ArbeitnehmerInnenschutzes erledigt haben", stellte der Sozialminister klar.

Nun soll ein Maßnahmenbündel, bestehend aus "mehr Aktionen, mehr Kontrolle, mehr Information, mehr Motivation", sowie eine großangelegte EU-Kampagne für weniger Stress und mehr gesunde Psyche an österreichischen Arbeitsplätzen sorgen.

"Die Umsetzung des Gesetzes erfolgt im Interesse aller - denn psychisch belastete MitarbeiterInnen sind nicht nur einem hohen Leidensdruck ausgesetzt, sie verursachen auch hohe Kosten für Betriebe und Staat", erklärte Hundstorfer.

"Stress macht krank!"

Anhaltender Stress am Arbeitsplatz ist ein besonders häufiger Grund für lange Krankenstände, die mit durchschnittlich 31,9 Tagen rund dreimal so lange dauern wie Krankenstände, die durch körperliche Beschwerden verursacht werden. Obwohl Krankenstände insgesamt weniger werden, nehmen Krankenstände auf Grund typischer psychischer Belastungen drastisch zu. Echte Krankmacher sind beispielsweise Zeitdruck, Lärm, Multitasking, mangelnde Arbeitsorganisation bzw. schlechtes Arbeitsklima. Die Folgen reichen von Depressionen und Schlafstörungen über Burnout und Magen-Darm-Störungen bis hin zu gefährlichen körperlichen Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf- und Muskel-Skelett-Erkrankungen.

Stress-Prävention rechnet sich

"Stress und psychische Belastungen am Arbeitsplatz als nicht wichtig abzutun kann teuer kommen", rechnet Dr.in Anna Ritzberger-Moser, Sektionsleiterin der Arbeitsinspektion im Sozialministerium, vor. "Die Verringerung der Produktivität, die Erhöhung der Personalfluktuation, vermehrte Fehlzeiten und erhöhte Unfallgefahr führen auch zu massiven finanziellen Einbußen", so die oberste Arbeitsinspektorin. Ein zeitgemäßes, zugleich kostengünstiges Instrument, um dagegen anzukämpfen, ist die Prävention. So zeigt eine aktuelle Studie der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung, an der sich Unternehmen aus 19 Ländern, darunter auch Österreich, beteiligten, dass jeder Euro der für Prävention ausgegeben wird, mehr als das Doppelte an Einsparungen mit sich bringt.

Arbeitsinspektion: Unterstützen, kontrollieren, motivieren, beraten

Bei den Kontrollen des Arbeitsinspektorates wurde bereits viel erreicht. Wurden im Jahr 2012 insgesamt 3040 Betriebe geprüft, waren es 2013 bereits 5.600, was einer Steigerung von 54 Prozent entspricht. "Das Arbeitsinspektorat wird diese Kontrollen unvermindert fortsetzen, aber nicht mit erhobenen Zeigefinger, sondern vielmehr als Partner, der kompetente Beratung anbietet. Insgesamt stehen österreichweit 320 MitarbeiterInnen als Ansprechpartner zur Verfügung, die unterstützen und die Evaluierung begleiten", informiert Ritzberger-Moser. Aufschluss bietet auch die Website der Arbeitsinspektion www.arbeitsinspektion.gv.at , wo unter anderem ein "Leitfaden zur Bewertung der Arbeitsplatzevaluierung psychischer Belastungen" sowie ein Überblick über standardisierte, kostenfrei erhältliche Messverfahren heruntergeladen werden können. Betriebe unter 50 ArbeitnehmerInnen werden darüber hinaus kostenfrei von der AUVAsicher zur Umsetzung einer Arbeitsplatzevaluierung beraten.

Start der EU-Kampagne am Tag des Arbeitsschutzes am 28. April

Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz mit Sitz in Bilbao, die von der Österreicherin Dr. Christa Sedlatschek geleitet wird, rückt das Thema aufgrund seiner Dringlichkeit ebenfalls in den Fokus. Die aktuelle und bislang weltweit größten Kampagne zum Thema Arbeitsschutz "Gesunde Arbeitsplätze - den Stress managen", wurde Anfang April in Brüssel vorgestellt. Wichtiger Bestandteil der Kampagne ist ein Wettbewerb, bei dem Unternehmer ihre besten Lösungsvorschläge zum Thema Stressmanagement einreichen können und damit die Chance haben, als Top-Arbeitgeber Europas ausgezeichnet zu werden. Die österreichische Auftaktveranstaltung findet am 5. Juni 2014 im Haus der Musik in Wien statt. Mehr Informationen zur Kampagne unter www.healthy-workplaces.eu

Stress am Arbeitsplatz managen ist bewerkstelligbar

"Menschengerechte Arbeitsbedingungen sind kein Luxus, den wir uns nur leisten wollen, wenn es unserer Wirtschaft gut geht. ArbeitnehmerInnenschutz ist ein wesentliches und unverzichtbares Thema jeder sozialen Gesellschaft und jeder erfolgreichen Volkswirtschaft. Um Arbeitsplätze stressfrei zu gestalten, genügen oft schon kleine organisatorische Maßnahmen. Stress am Arbeitsplatz zu managen, ist bewerkstelligbar", appelliert Sozialminister Hundstorfer an die Unternehmer/innen - "Sie müssen nur beginnen", so der Minister abschließend.

apa.at

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