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APA-Artikel 25. April 2014

Christian Ragger: Prettner hat keinen Überblick über Sozialressort

"Sozialreferentin LHStv. Dr. Beate Prettner hat keinen Überblick über ihr Ressort. Sonst wüsste sie, dass es ihre Partei und die damalige Sozialreferentin Dr. Gabriele Schaunig-Kandut war, die bis 2009 den Bau von 20 Pflegeheimen grundsatzbewilligt hat. Ich habe dann diesen Ausbauplan seit 2009 mühsam halbiert und nur zehn Heime freigegeben. Es verging keine Woche, in der nicht ein SP-Bürgermeister mit Klage gedroht hat, weil seine Gemeinde das von Schaunig und deren Nachfolgerin Nicole Cernic bewilligte Heim nicht bekommen hat. Besonders hartnäckig waren die Bürgermeister von Ebene Reichenau, Pischeldorf, Sittersdorf und Obedrauburg", teilt LR Mag. Christian Ragger mit. Die heutige LHStv Schaunig hat als Anwältin diese Klagspläne von Bürgermeistern unterstützt.

Es sei eine Verlogenheit der SPÖ und von LHStv. Prettner, wenn sie jetzt dieses Ausbaukonzept, das von ihrer eigenen Partei stammt, öffentlich kritisiert und versuche, dies auf abzuschieben. Die mangelnde Sachkenntnis von Prettner sei auch erschreckend, weil sie in den Gesprächen mit dem Rechnungshof ein wichtiges Faktum komplett ausgeblendet hat. "Wir brauchen eine Reserve an verfügbaren Pflegebetten für die Kurzzeitpflege, die zur Entlastung von pflegenden Angehörigen forciert werden muss. Auch für die Übergangspflege müssen Betten jederzeit frei verfügbar sein. Bei dieser werden Patienten, die keine medizinische Hilfe aber Pflege benötigen, vom Krankenhaus in ein Pflegeheim gebracht. Das spart riesige Kosten, weil ein Spitalstag fünfmal so viel kostet wie ein Pflegetag im Heim. Es ist erschreckend, wenn Prettner als Verantwortliche für beide Referate diesen Zusammenhang nicht erkennt", erklärt Ragger. Es sei auch bedauerlich, dass dieses wichtige Detail im Rechnungshofbericht nicht vorkommt.

In diesem Licht gesehen wäre es nämlich durchaus notwendig und angemessen, wenn fünf bis sieben Prozent der 6.000 Kärntner Pflegeheimbetten als krankenhausersetzende Infrastruktur und Maßnahme zur Entlastung der Pflege zu Hause kurzfristig belegbar bleiben. "Prettner hat dies offenbar nicht begriffen, sonst kann sie nicht undifferenziert Leerstehungen beklagen", führt Ragger aus. Im Übrigen habe Prettner selbst bereits 300 neue Pflegeheimbetten, vor kurzem 90 in Treffen, eröffnet und dabei immer betont, wie notwendig diese wären.

Abschließend verweist Ragger darauf, dass die Forderung des Rechnungshofes nach einheitlichen Tarifen für alle Pflegebetten undurchführbar ist. "Man muss ja unterschieden, ob ein Haus 50 oder 100 Betten hat und vor allem, ob ein Heim neu ist und damit die Investition erst abgeschrieben werden muss oder ob es älter ist", so Ragger. Überdies habe es für alte Heime andere großzügigere Förderungen gegeben. Es sei daher unmöglich, das zu vereinheitlichen.

apa.at

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