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APA-Artikel 25. April 2014

Rechnungshof kritisiert Qualitätssicherung in Burgenlands Spitälern

Der Rechnungshof hat die Qualitätssicherung in den burgenländischen Spitälern überprüft. Im aktuellen Bericht wird unter anderem eine personelle Unterbesetzung der für die Hygienemaßnahmen verantwortlichen Teams in den Krankenhäusern kritisiert. Bei manchen Operationen sei die festgelegte Mindestzahl nicht erreicht worden. Positiv erwähnt wird die Anbindung der Tageskliniken an die Spitäler.

Im Burgenland ist für die Spitäler in Oberwart, Oberpullendorf, Güssing und Kittsee die KRAGES (Burgenländische Krankenanstalten Gesellschaft m.b.H.) Rechtsträgerin, das Krankenhaus in Eisenstadt wird von den Barmherzigen Brüdern geführt. Die Zusammensetzung der Hygieneteams habe in keinem Spital den Empfehlungen des Gesundheitsministeriums entsprochen, heißt es im Bericht. Bei den hygienebeauftragten Ärzten sei die empfohlene Personalausstattung nicht einmal zu 50 Prozent erreicht worden.

Bei manchen chirurgischen Eingriffen, etwa an der Schilddrüse oder der Bauchspeicheldrüse, aber auch bei Brustkrebsoperationen, hätten einzelne Spitäler die im Österreichischen Strukturplan Gesundheit (ÖSG) vorgegebenen Mindestzahlen für diese Eingriffe nicht erreicht, stellt der Rechnungshof fest. Kritisiert wurde, dass - anders als das Spital der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt - die KRAGES über keine schriftliche Qualitätsstrategie verfügt habe.

Vom Rechnungshof wurde auch die Verweildauer der Patienten im Operationssaal-Bereich untersucht. Diese sei bei den zum Vergleich herangezogenen Knie- und Hüftoperationen in Oberwart höher als in Eisenstadt. Die Erfassung von Komplikationen sei in den Spitälern je nach Abteilung und "abhängig vom persönlichen Engagement des jeweiligen Abteilungsleiters unterschiedlich" gehandhabt worden. Eine krankenhausübergreifende Auswertung sei dadurch nicht möglich gewesen.

In allen Krankenhäusern hätten Fehlermeldesysteme zwar bereits bestanden oder seien eingeführt worden, zum Teil habe man sie jedoch nicht genutzt. Die OP-Checklisten in den KRAGES-Spitälern hätten nur teilweise den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entsprochen. Kritisch angemerkt wird im Bericht ferner, dass - im Unterschied zu den gerichtlich angeordneten Obduktionen - die Anzahl der Obduktionen im klinischen Bereich seit 2004 in ganz Österreich und somit auch im Burgenland "merklich" gesunken sei.

Betrachtet hat der Rechnungshof außerdem die Arbeitsweise der Tumorboards, bei denen Spezialisten verschiedener Fachdisziplinen gemeinsam die Behandlung der an Krebs erkrankten Patienten erörtern. Das Board sei im Bereich der KRAGES vierzehntägig und im Krankenhaus Eisenstadt wöchentlich abgehalten worden. Dabei seien zum Teil nicht alle Krankheitsfälle besprochen worden, zudem seien die Tumorboards nicht immer interdisziplinär besetzt gewesen, hieß es im Bericht.

apa.at

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