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APA-Artikel 24. April 2014

Wurm: Frauen und Mädchen vor Gewalt zu schützen hat Priorität

Im Rahmen des heutigen parlamentarischen Gleichbehandlungsausschusses wurde auf Initiative von SPÖ- Frauensprecherin und Gleichbehandlungssprecherin Gisela Wurm und der ÖVP-Frauensprecherin Dorothea Schittenhelm ein gemeinsamer Antrag von SPÖ und ÖVP für weitere Verbesserungen im Bereich des Gewaltschutzes eingebracht. "Österreich hat bereits heute schon eine besondere Vorreiterrolle in Europa in Sachen Gewaltschutz. Dieser Weg soll weiter gegangen werden und der Zugang zu Gewaltschutzeinrichtungen für alle Frauen und Mädchen unabhängig ihrer Herkunft, ihres Alters und ihres Wohnortes verbessert werden", so Wurm am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Hintergrund für den weiteren Ausbau in Sachen Gewaltschutz sind die erschreckenden Ergebnisse einer europaweiten Studie betreffend Gewalt. Jede dritte Frau in der EU ist seit ihrem 15. Lebensjahr von physischer und/oder sexueller Gewalt betroffen. Auf die absolute EU-Bevölkerung der 18- bis 74-Jährigen gerechnet sind das 61,3 Millionen. Jede 20. Frau gab an, schon einmal vergewaltigt worden zu sein. "Es zeigt sich, dass trotz zahlreicher Maßnahmen das Ausmaß an Gewalt gegen Frauen und Mädchen noch immer groß ist", so Wurm, die in diesem Zusammenhang betont, dass gerade der Zugang zu und die Information über Gewaltschutzeinrichtungen niederschwelliger gestaltet werden muss.

"Österreich schneidet im europaweiten Vergleich noch immer positiv ab, wobei jeder Übergriff und jede Gewalterfahrung zu viel ist", so Wurm. Die häufigsten Gewalterfahrungen sind körperliche und/oder sexuelle Gewalt, Stalking und sexuelle Belästigung. Interessant seien die Ergebnisse dieser EU-Studie auch was die medizinischen Einrichtungen betrifft. "Noch immer trauen sich zu wenige Frauen nach einem Übergriff in Arztpraxen, Spitäler oder Frauenhäuser", so die SPÖ-Frauensprecherin. Und weiter: "Oder sie wissen nicht, wohin oder an wen sie sich wenden können." Daher fordert der Antrag gemeinsame Anstrengungen, das Informationsangebot auszubauen und den Zugang niederschwelliger und einfacher zu gestalten. "Österreich hat bereits heute sehr gute und vorbildhafte Gewaltschutzgesetze, Instrumente wie Wegweisung, Betretungsverbote und die engagierte Arbeit von Frauenhäusern sind herausragend. Dennoch dürfen wir nicht ruhen. Unser Ziel ist es gewaltfrei leben zu können und bei Gewalterfahrungen raschen Schutz und Hilfe zu ermöglichen", so Wurm abschließend.

apa.at

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