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APA-Artikel 24. April 2014

ÖÄK-Vize Steinhart zu übererfüllten Sparzielen der Krankenkassen: Einsparen auf Kosten der Patienten und Beitragszahler ist zynisch

Zur gestern präsentierten Übererfüllung der Kassen-Sparziele meinte der Obmann der Bundeskurie niedergelassene Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Johannes Steinhart: "Die Sozialversicherung verweigert ihren Beitragszahlern notwendige medizinische Leistungen und brüstet sich gleichzeitig damit, viel mehr Geld als nötig eingespart zu haben - das ist blanker Zynismus." Es sei heute oft ein Glücksspiel, ob jemand eine medizinische Leistung auf Kasse bekomme oder nicht. "Wenn der Patient Pech hat, hat der Arzt die Quote zehn Minuten vorher für einen anderen ausgeschöpft." Limitierungen gebe es je nach Kasse beispielsweise beim ausführlichen ärztlichen Gespräch, beim 24-Stunden-EKG etc.

Auch Mammografie-Screening zeitigt zweifelhafte Sparerfolge

Auch das aktuelle Mammografie-Programm habe bereits zu deutlichen Einsparungen geführt, weil nun viel weniger Frauen zur Mammografie gingen als früher, als sie noch der betreuende Arzt zur Untersuchung überwiesen hat. ÖÄK-Vizepräsident Steinhart: "Das war nicht das Ziel, zu dem sich die Österreichische Ärztekammer bekannt hat." Vielmehr habe man ein Einladungssystem unterstützt, um auch Zielgruppen zu erreichen, die nicht regelmäßig zum Haus- oder Frauenarzt kommen.

Was wurde eigentlich aus Umlageverfahren?

Solange es Leistungslimitierungen gebe, so lange sei es "unanständig, Kapital anzuhäufen", so Steinhart. "Nicht nur als Arzt, sondern auch als Staatsbürger und Sozialversicherter frage ich mich, was eigentlich aus dem Umlageverfahren geworden ist. Immerhin lautet der gesetzliche Auftrag der sozialen Krankenversicherung sinngemäß: Investiere das im Beitragszeitraum eingenommene Geld der Versicherten im selben Zeitraum in Leistungen für ebendiese Versicherten." Das Umlageverfahren sei eine Säule des solidarischen Gesundheitssystems, aber das wolle man offenbar im Hauptverband der Sozialversicherung und im sozialdemokratisch geführten Gesundheitsministerium am liebsten ausblenden.

apa.at

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