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APA-Artikel 23. April 2014

Ursachen für Ärztemangel in eigenen Spitälern suchen!

"Wir appellieren an die Verantwortlichen in der Politik und in der KABEG die Ursachen für den Ärztemangel, der in den Kärntner Spitälern bereits spürbar ist, auch im eigenen Bereich zu suchen. Wenn der neue KABEG-Chef Dr. Arnold Gabriel glaubt, die Lösung würde darin bestehen, mehr Studienplätze zu schaffen, blendet er die eigene Verantwortung völlig aus", kritisiert der Präsident der Kärntner Ärztekammer Dr. Josef Huber. Denn die Probleme seien auch hausgemacht. "Die Wahrheit ist, dass viele junge einheimische Ärzte wegen der schlechten Arbeitsbedingungen und der mangelhaften Aus- und Fortbildungsstruktur lieber ins Ausland gehen, als in Kärnten zu arbeiten", erklärt Huber.

Wenn diese strukturellen Defizite nicht behoben werden, werde sich der Engpass nicht verbessern. Da nütze es auch nicht, eine neue Ärzteschwemme zu produzieren. Überdies würde es Jahre dauern, bis diese "Lösung" greifen könne. "Wenn wir mehr Medizinstudenten an unseren Universitäten ausbilden, werden auch mehr ins Ausland abwandern. Mit anderen Worten der österreichische Steuerzahler finanziert den Ärzte-Nachwuchs für Deutschland und die Schweiz"! Dafür genüge ein Blick auf die Statistik. Denn während die Zahl jener jungen Kärntner, die ein Medizinstudium beginnen, leider um bis zu 60 Prozent zurückgegangen sei, verzeichne Österreich einigermaßen konstant zwischen 1.200 und 1.600 inländische Medizinabsolventen pro Jahr (2009: 1.658, 2010: 1.569; 2011: 1.274, 2012: 1.198, 2013: 1.380). Zwischen 20 und 30 % mehr als in den Jahren 1995 bis 2002. Das Problem sei aber, dass im Gegensatz zu früher immer mehr junge Ärzte ins Ausland abwandern und insbesondere Kärnten offenbar an Attraktivität verloren habe.

Mehr als 600 der 1380 Medizin-Absolventen haben 2013 nicht in Österreich als Ärzte zu arbeiten begonnen, teilt Huber unter Hinweis auf eine entsprechende Aussage von Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner mit.

Huber hofft, dass in Kärnten dieser Kern des Problems baldigst erkannt werde.

Der Ärztemangel betreffe leider auch den niedergelassenen Bereich. Es werde schwierig sein, Nachfolger für alle Kassenärzte zu finden. Aus diesem Grund sei alles zu tun, um auch die Arbeitsbedingungen der niedergelassenen Ärzte zu verbessern. Wenn Landärzte bis zu dreimal pro Woche nächtliche Bereitschaftsdienste machen müssen, zehre das an ihren Kräften. Nach nächtlichen Einsätzen müssen sie in der Früh wieder den Patienten in den Ordinationen zur Verfügung stehen. Hier sei dringend eine Entlastung nötig. Daher dränge die Ärztekammer darauf, dass der Bereitschaftsdienst um 22 Uhr enden soll und bietet Lösungen für die Zeit danach an. Das Konzept umfasst ärztliche Telefonberatungen, regionsspezifische Sonderlösungen und eine verstärkte Einbindung von Vertretungsärzten.

"Wir brauchen ausgeruhte Ärzte auch in den Landpraxen, damit sie Patienten optimal versorgen können und diese nicht in die Spitalsambulanzen müssen", betont Huber. Auch Spitalsmanager sollten diese Zusammenhänge erkennen, so Präsident Dr. Huber abschließend.

apa.at

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