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APA-Artikel 17. April 2014

MA 15 Gesundheitsdienst: Grippemeldedienst zieht Bilanz über die Influenzasaison 2013/2014

In der 42-jährigen Geschichte des Wiener Grippemeldedienstes wurde zuletzt vor 26 Jahren die Marke von 10.000 Neuerkrankungen pro Woche nicht überschritten. Ab diesem Zeitpunkt wird in Zusammenschau mit den virologischen Daten vom Departement für Virologie der Medizinischen Universität Wien eine Grippewelle in Wien ausgerufen. "Es kommt zwar immer wieder einmal vor, dass eine Grippewelle milder verläuft als sonst - so z.B. vor 12 Jahren. Dass aber nicht einmal die Schwelle erreicht wird, die zur Ausrufung der Grippewelle führt, ist äußerst selten. Der stärkste Anstieg der Neuerkrankungen war mit 9.900 Erkrankten Mitte Februar erreicht", resümiert Dr.in Ursula Karnthaler von der MA 15. In der heurigen Influenzasaison hat der Grippemeldedienst der MA 15 - Gesundheitsdienst der Stadt Wien im Zeitraum von Oktober 2013 bis April 2014 rund 193.300 Gesamterkrankungen an Grippe und grippalen Infekten ausgewiesen. In ganz Österreich war während der gesamten Grippesaison nur eine moderate Influenzavirusaktivität nachweisbar. Das passt auch zum gesamteuropäischen Trend, der eine langsame und teilweise veränderte Ausbreitung der Influenza zeigte. Die Analyse der zirkulierenden Virusstämme zeigt eine sehr gute Übereinstimmung mit den Influenzastämmen des diesjährigen Influenzaimpfstoffs. Bei rund 70% der nachgewiesenen Influenzaviren handelte es sich um den Subtyp A(H3N2) und bei rund 30% um das Pandemievirus 2009, A(H1N1).

Die Intensität der Grippewellen variiert von Jahr zu Jahr. Für deren unterschiedliche Verläufe kann es ganz verschiedene Gründe geben. So sind die Aggressivität der Influenzaviren, die gerade zirkulieren, aber auch das Impfverhalten und das Hygieneverhalten der Bevölkerung wichtige Faktoren. Auch die Tatsache, dass Teile der Bevölkerung durch eine vorangegangene Infektion mit denselben Influenzaviren bereits immun sind, kann eine Rolle spielen. Der milde Verlauf des Winters kann einen gewissen Einfluss auf die Aktivitäten des Grippevirus haben.

Der Wiener Grippemeldedienst

Der Grippemeldedienst der Stadt Wien ist Teil eines Netzwerkes zur Überwachung der Grippeaktivitäten in Österreich und besteht in Wien seit dem Jahr 1970. Eine Gruppe von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte meldet jedes Jahr ab Oktober über einen Zeitraum von mehreren Monaten (Grippezeit) jeweils einmal pro Woche die Anzahl an grippalen Infekten und Grippeerkrankungen an den Grippemeldedienst der Magistratsabteilung 15. Diese Daten werden dann auf Wien hochgerechnet (das sogenannte Sentinella-System) und ergeben die Anzahl der wöchentlichen Neuerkrankungen an grippalen Infekten und Grippeerkrankungen in Wien.

Die Wiener Gesundheitsstadträtin Mag. Sonja Wehsely betont die Bedeutung des Grippemeldedienstes als Frühwarnsystem" Wir können uns wie bei einem Barometer an den Werten orientieren und können uns rechtzeitig bei einem Anstieg vorbereiten. Dieses Jahr ist eine große Grippewelle zum Glück ausgeblieben, aber das heißt nicht, dass wir bei der Vorsorge nachlassen. Auch nächsten Herbst wird es daher wieder eine Grippeimpfaktion geben".

Der Online-Grippemeldedienst hat seine Aktivität mit Mitte April eingestellt und kann wieder ab Oktober 2014 online unter www.influenza.wien.at  abgerufen werden.

apa.at

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