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APA-Artikel 16. April 2014

D: Klinik soll für schwerwiegenden Fehler nach Schönheits-OP haften

Weil eine Frau seit einem folgenschweren Fehler nach einer Schönheits-Operation im Koma liegt, drohen den Verantwortlichen hohe Schadenersatzzahlungen. Das Landgericht Mainz entschied in einem am Dienstag verkündeten Urteil, dass die Klinik, der Geschäftsführer und eine als Nachtwache eingesetzte Medizinstudentin grundsätzlich haften müssen. Die Höhe des möglichen Schadenersatzes wurde nicht festgelegt. Gegen das Urteil kann noch Berufung eingelegt werden. (Az. 2 O 266/11)

Die Frau war nach Gerichtsangaben im Juni 2011 operiert worden. Am Abend nach der Operation erhielt sie von der Studentin eine Infusion, die auch ein Narkosemittel enthielt. Es kam daraufhin bei der Frau zu einem Atem- und Kreislaufstillstand. Sie konnte durch einen alarmierten Notarzt wiederbelebt werden, befindet sich seither aber im Wachkoma. Sie erlitt zudem irreparable Hirnschäden.

Das Gericht entschied nun nach Angaben eines Gerichtssprechers, dass die Klinik haften muss, weil medizinische Standards nicht eingehalten worden seien. Die Studentin sei für die Aufgabe als Nachtwache offensichtlich nicht geeignet gewesen. Auch der Geschäftsführer ist nach Ansicht der Richter deshalb haftbar. Die Studentin wiederum ist laut dem Sprecher wegen "gravierender eigener Fehler" verantwortlich.

apa.at

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