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APA-Artikel 16. April 2014

Wiener Arzt unter Betrugsverdacht per Haftbefehl gesucht

Ein Wiener Arzt, laut Bericht der Tageszeitung "Kurier" (Mittwochausgabe) ein bekannter Internist, wird per Haftbefehl wegen Betrugsverdacht gesucht. Er soll nie erbrachte Leistungen der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) verrechnet haben. 2013 verzeichnete die WGKK insgesamt 597 Fälle von Abrechnungsbetrug und Falschabrechnungen, wie aus einer parlamentarischen Anfragebeantwortung hervorgeht.

Meist handelte es sich allerdings um Abrechnungsfehler ohne Bereicherungsvorsatz, heißt es in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der SPÖ durch das Gesundheitsministerium. Die "Salzburger Nachrichten" hatten darüber als erste berichtet. Ohne weitere rechtliche Schritte konnten rund 307.135 Euro erfolgreich zurückgefordert werden.

Der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse (NÖGKK) wurden Falschabrechnungen eines Orthopädietechnikers bekannt. Dieser hat versucht, Prothesen ohne vorherige Bewilligung abzurechnen. Die Schadensumme war noch unbekannt, da Gerichtsverfahren anhängig sind. Weiters hat die NÖGKK Abrechnungen von 180 Ärzten, drei Hebammen, einer Apotheke sowie 153 Vertragszahnärzten geprüft. Dabei wurden insbesondere aufgrund unökonomischer Krankenbehandlung und Abrechnungsirrtümern Honorare im Ausmaß von rund 162.437 Euro erfolgreich rückgefordert.

Bei der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse (OÖGKK) belief sich laut Beantwortung die Rückforderungssumme nach Kontrollen auf etwa 447.610 Euro. Der Steirischen Gebietskrankenkasse (STGKK) ist eine betrugsmäßige Abrechnung mit strafrechtlich verfolgbarem Tatbestand bekannt geworden. Die Ermittlung der Höhe der Schadenssumme ist Gegenstand eines laufenden Verfahrens der Staatsanwaltschaft.

Der Salzburger Gebietskrankenkasse (SGKK) liegen zwei Fälle von Falschabrechnung von Zahnärzten vor. Die Verträge wurden gelöst. Zur Schadensbegleichung wurden Rückzahlungen vereinbart. Von der Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK) wurde gegen einen Vertragsarzt sowie zwei Physiotherapeuten Anzeige wegen des Verdachtes auf Abrechnungsbetrug erstattet. Die Verfahren wurden mangels Nachweises eines Vorsatzes eingestellt bzw. ist ein Verfahren noch nicht abgeschlossen. Weiters wurden sechs Versicherte strafrechtlich verfolgt.

apa.at

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