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APA-Artikel 14. April 2014

"Akzeptieren unerlaubt lange Arzt-Arbeitszeiten nicht länger!"

"Die Kärntner Ärztekammer wird es nicht hinnehmen, wenn das Problem der dem EU-Recht widersprechenden überlangen Arbeitszeiten der Spitalsärzte auf die lange Bank geschoben wird. Es ist inakzeptabel, wenn das derzeitige System noch jahrelang weitergelten soll, weil den Ländern eine mehrjährige Übergangsfrist eingeräumt wird", kritisiert der Präsident der Kärntner Ärztekammer Dr. Josef Huber. Es sei auch zu hoffen, dass die EU-Kommission, ein solches Ausweichmanöver Österreichs mit jahrelangen möglichen Rechtsverstößen nicht toleriert.

In Kärntens Krankenhäusern müssten Ärzte immer noch bis 72 Stunden pro Woche und bis 49 Stunden an einem Stück arbeiten, das sei unzumutbar. Die von der EU vorgegebene Höchstgrenze von 48 Wochenstunden sollte so rasch wie möglich eingehalten werden.

Auch der Ärztekammer sei klar, dass dies nicht von einem Tag auf den anderen umsetzbar sei, aber es müsse eine klare Frist definiert werden, die nicht unbestimmt "mehrere Jahre", wie von Politikern verlangt, dauern könne. Und vor allem müssten kurzfristig Maßnahmen gesetzt werden, denn "uns läuft gerade in Kärnten die Zeit davon", mahnt Präsident Huber.

"Die Arzt-Stellenpläne in den Kärntner Krankenhäusern müssen noch heuer so korrigiert werden, wie es die Erfüllung der EU-Richtlinie erfordern würde. Dann wäre für jedermann klar ersichtlich, wie viele Ärzte in den Spitälern fehlen", verlangen Dr. Huber und der Sprecher der Kärntner Spitalsärzte Dr. Ingo Kager.

Der derzeit gültige KABEG-Stellenplan sehe sogar eine Verminderung der Arztposten von heuer 889,5 auf 885 im kommenden Jahr vor. Das gehöre im Licht des Verstoßes gegen die EU-Arbeitszeitrichtlinie schleunigst revidiert.

Huber und Kager stellen mit Hinweis auf ein Interview von Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser am 7. April in der "Presse" fest, dass Kärnten von allen Bundesländern die schlechteste Ausgangsposition habe. Kaiser habe nämlich in dem Interview bestätigt, dass Kärnten österreichweit die wenigsten Spitalsärzte habe. "Dies bedeutet, dass wir vom niedrigsten Personalsockel aus die EU-Vorgaben erfüllen müssen", so Dr. Huber.

"Den Kärntner Spitalsärzten ist es nicht zumutbar, dass sie auf die Erfüllung der EU-Richtlinie länger warten sollen als andere", meint Dr. Kager. Man müsse auch das bisherige Lohnsystem für Spitalsärzte, die nur aufgrund der überlangen Dienste ein adäquates, ihrer Ausbildung entsprechendes Einkommen erreichen, verändern.

Eine rasche EU-konforme Lösung käme auch den Patienten zugute. "Niemand will von einem übermüdeten Arzt behandelt werden", so Dr. Kager abschließend.

apa.at

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