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APA-Artikel 10. April 2014

Wiener Ärztekammer startet Kampagnenschwerpunkt zu Diabetes

Die Wiener Ärztekammer hat den insgesamt dritten Schwerpunkt ihrer aktuellen Präventionskampagne gestartet. Dieses Mal rückt Diabetes in den Fokus. Ziel ist es, das Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Diabetes durch Vorsorgemaßnahmen - wie etwa einen gesunden Lebensstil - positiv beeinflusst oder sogar vermieden werden kann. Die soll durch Informationsfolder, Poster und eine App erreicht werden.

Etwa acht Prozent der Gesamtbevölkerung in Österreich leiden an Diabetes mellitus, das entspricht circa 600.000 Menschen. Sowohl die Zahl der Neuerkrankungen als auch die Anzahl der Folgeerkrankungen steigen. "Mit einem geringen Aufwand kann eine große Wirkung erzielt werden", sagte Thomas Szekeres, Präsident der Ärztekammer für Wien, bei der Pressekonferenz am Donnerstag. Das Hauptproblem sei, dass viele gar nicht wüssten, dass sie erkrankt oder gefährdet sind. "Mit wirklich einfachen Tests kann man Diabetes im Frühstadium erkennen", sagte Szekeres und plädierte für den Besuch von Vorsorgeuntersuchungen, ausgewogene Ernährung, Haltung des Normalgewichtes und viel Bewegung.

Im Frühstadium der Erkrankung kann ein Wandel zu einem gesunden Lebensstil oft ausreichen, die Blutzuckerwerte wieder zu normalisieren. Bei fortgeschrittenen Erkrankungen ist eine medikamentöse Behandlung meist nicht mehr zu ersetzen. Es können aber immer noch scherwiegendere Folgeschäden wie Herzinfarkt oder Schlaganfall vermieden werden, wurde betont. Etwa 90 Prozent der Betroffenen leiden an Diabetes Typ 2.

Die Österreichische Diabetes Gesellschaft spricht von jährlich 10.000 Todesfällen, die auf diesen Typ zurückzuführen sind. Meist tritt die Krankheit in höherem Alter auf. Diese Form "ist nicht etwas, das von heute auf morgen zuschlägt, sondern eine Erkrankung, die sich über viele Jahre hinweg entwickelt", sagte Martin Clodi, Facharzt für Innere Medizin. Die Ursache sei nicht genau identifiziert, jedoch stehe fest, dass die Kombination von genetischen Ursachen und einem ungesunden Lebensstil eine Rolle spiele.

Man spricht von Diabetes mellitus, wenn die Bauchspeicheldrüse nicht genug Insulin produziert oder die Wirkung dieses Hormons gestört ist. Das Insulin hilft dabei, Zucker im Blut in die Körperzellen aufzunehmen und hält so den Zuckerspiegel im Blut auf einem passenden Niveau. Bei der Erkrankung kann der Zucker nicht bedarfsgerecht aus dem Blut durch die Zellen verwertet werden und der Blutzuckerspiegel steigt an.

Durch Vorsorgemaßnahmen und Lebensstilveränderung kann ein großer Einfluss auf Diabetes Typ 2 genommen werden. Der Typ 1 hingegen sei laut Clodi eine Autoimmunerkrankung, bei der der Körper selbst die Zelle, die Insulin produziert, zerstört. Diese Erkrankung tritt häufig bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf.

Faktoren für ein erhöhtes Diabetes-Risiko sind unter anderem Übergewicht, hoher Blutdruck, hohe Blutfettwerte, Störungen im Zuckerhaushalt, Bewegungsarmut, Alter über 45 Jahre, Diabetes-Erkrankungen enger Verwandter, Diabetes in der Schwangerschaft, bestehende Herz- oder Gefäßerkrankungen und Rauchen. "Treffen mehrere dieser Faktoren auf eine Person zu, rate ich zu einer Untersuchung beim Hausarzt und zur Bestimmung des Blutzuckerwertes", sagte Clodi.

Es wurden ergänzend zu den bisherigen Vorsorgeinitiativen zwei neue Medien eingeführt. Die Website www.gesagt-getan-vorgesorgt.at informiert detailliert über das Thema. Zusätzlich wurde die bereits bestehende Vorsorge-App um das Thema Diabetes erweitert. Neben Selbsttests bietet sie Gesundheitstipps, eine interaktive Arztsuche und einen Vorsorgejahresplaner.

apa.at

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