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APA-Artikel 8. April 2014

Justizminister und Ärztekammer für "Fakten helfen!"

"In Österreich verfügen wir derzeit über eine äußerst dürftige Datenlage - de facto liegen uns nur Schätzungen vor, die von 30.000 bis 60.000 Abtreibungen jährlich ausgehen. Eine zentrale Erfassung der Abbrüche und der Motive gibt es derzeit nicht, wäre aber im Sinne einer evidenzbasierten Medizin wünschenswert." Dies betonte Dr. Karl Forstner, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer, bei der Auftaktveranstaltung der aktion leben zur Bürgerinitiative "Fakten helfen!".

Der unabhängige Verein aktion leben fordert mit seiner Bürgerinitiative eine anonyme Statistik sowie die regelmäßige Erforschung der Motive von Schwangerschaftsabbrüchen. "Die Medizin ist auf verlässliche Daten angewiesen. Insofern ist es natürlich auch sinnvoll, Daten zum Thema Schwangerschaftsabbruch zu erheben, wie dies in Deutschland und der Schweiz bereits seit mehreren Jahren getan wird", betonte Dr. Forstner. Im Namen der Ärztekammer sprach er sich für eine seriöse Datenerhebung zu Schwangerschaftsabbrüchen aus.

Auch Justizminister Univ.Prof. Dr. Wolfgang Brandstetter unterstützt die Initiative

Auch Justizminister Dr. Wolfgang Brandstetter sprach sich auf der Auftaktveranstaltung zur Bürgerinitiative "Fakten helfen!" für eine Statistik über Schwangerschaftsabbrüche und eine Erforschung der Motive aus. "Es ist wichtig für die Politik, empirische Daten zu haben. Um helfen zu können, muss man wissen, warum jemand in die Situation gekommen ist", betonte der Bundesminister.

"Bei der Initiative geht es genau um das Richtige. Was Sie erreichen wollen, ist die Grundlage an empirischen Daten für treffsichere Hilfsangebote", meinte Brandstetter Richtung aktion leben. "Es braucht niemand zu befürchten, dass die Entscheidungsfreiheit der Frau in Frage gestellt wird", betonte der Justizminister.

"Wichtig ist, dass erstmals alle Daten gesammelt und ausgewertet werden"

"Frauen werden mit einer Statistik nicht belästigt", stellt die Generalsekretärin der aktion leben, Mag. Martina Kronthaler, nochmals klar. Bei der Statistik sind die Ärztinnen und Ärzte berichtspflichtig, nicht die Frauen. Es sollen nur die Daten erfasst und für die zentrale Auswertung gesammelt werden, die ohnehin im Rahmen einer Anamnese anfallen. "Sammlung und Auswertung soll über das Statistische Zentralamt erfolgen, die für eine vollständige und seriöse Datensammlung und Auswertung garantieren", so die aktion leben Generalsekretärin.

Kronthaler verweist auf die Expertise in anderen Ländern, in denen die Datenerhebungen in Kooperation mit den Ärztinnen und Ärzten problemlos durchgeführt werden. "Die Daten sind eine Einbahnstraße in Richtung Statistisches Zentralamt", betonte dazu die Verantwortliche für die Abbruch-Statistik in Deutschland, Dipl.Math. Evelyne Laue. Es gäbe keinen Rückschluss von Abbrüchen auf einzelne Frauen oder einzelne Krankenhäuser oder Ambulatorien. "Wir haben ein gutes Einvernehmen mit den Ärztinnen und Ärzten auf der Basis von gegenseitigem Vertrauen", betont die Statistikerin.

Mehr zur Bürgerinitiative "Fakten helfen!" finden Sie auf der Kampagnenhomepage www.fakten-helfen.at. Fotos zum Herunterladen finden Sie auf www.fakten_helfen.at  (insbesondere im Download-Bereich).

apa.at

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