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APA-Artikel 4. April 2014

Weltgesundheitstag / Korosec: Seniorenbund-Ärztepaket endlich umsetzen!

Zum Weltgesundheitstag am kommenden Montag hält LAbg Ingrid Korosec, Bundesobmann-Stellvertreterin des Österreichischen Seniorenbundes und Landesvorsitzende des Wiener Seniorenbundes fest:

"Wie mehrfach klar darstellt, wird in den kommenden Jahren in allen Bundesländern rund die Hälfte der heutigen Hausärzte in die Pension übertreten. Das weiß die Politik freilich schon länger, weswegen sich im Regierungsprogramm dazu entsprechende Reformvorhaben finden. Wir fordern für die sichere medizinische Versorgung der Bevölkerung entsprechend dem aktuellen Regierungsprogramm:

- Lehrpraxis endlich ermöglichen und umsetzen: Der Gesundheitsminister muss endlich die benötigten Lehrpraxen realisieren, damit künftige Allgemeinmediziner in ordentlichen Lehrpraxen und nicht ausschließlich an einer Klinik ausgebildet werden müssen.

- Das ausständige Hausarztmodell ist bis Jahresmitte 2014 zu erarbeiten und ab dem zweiten Halbjahr 2014 konsequent umzusetzen.

- Dabei gilt der Hausarzt als "Gesundheitsmanager", es sind verbindlich geregelte Mindest-Öffnungszeiten in jeder Region auch vor und nach üblichen Arbeitszeiten der Bevölkerung zu garantieren.

- Zu berücksichtigen ist dabei, dass künftig deutlich mehr Frauen diesen Beruf ausüben werden als heute - das bedeutet u.a. umfassende Überlegungen zu Fragen der Organisation und Finanzierung von Kinderbetreuung.

- Zur Finanzierung des neuen Hausarztmodells sind Umschichtungen vom ambulanten bzw. stationären Bereich hin zum niedergelassenen Bereich im Rahmen der Arbeit der Gesundheitsziel- Steuerungskommissionen nötig. Der Budgetpfad ist einzuhalten.

- Die ärztlichen Hausapotheken sind langfristig abzusichern.

- Zu erstellen ist zudem ein neues Entlohnungsmodell für Allgemeinmediziner: Entkoppelung der Gesamt-Verträge, Bezahlung als "Gesundheitsmanager" also bewusst auch für Leistungen wie Prävention, Beratung, Chronische Erkrankungen.

- Das Gruppenpraxen-Gesetz ist weiter zu verbessern (z.B. derzeit Problem, dass Kassenvertrag für eine Person verloren geht, sobald Zusammenarbeit beschlossen wird).

- Junge Ärzte sollen die Chance haben, sich für den Beruf des Allgemeinmediziners überhaupt entscheiden zu können: Daher brauchen wir Anreizmodelle für die Absolvierung des Turnus in den Regionen und für Übernahme einer Praxis für Allgemeinmedizin in ländlichen Regionen.

- Hinzu kommt die Umsetzung eines Präventionsprogramms angelehnt an das SVA-Modell in allen Sozialversicherungen, dabei ist der Allgemeinmediziner als wirkliche Drehscheibe im System zu stärken.

- Wie im Regierungsprogramm ebenfalls vereinbart, sollen alle Pensionsbezieher ab 2015 endlich Zugang zu Rehabilitationsangeboten erhalten."

"Die älteren Patientinnen und Patienten - vor allem, wenn sie in ländlichen Regionen wohnen - sind auf ein funktionierendes Hausarztsystem ganz besonders angewiesen. Und junge Ärztinnen und Ärzte sollen ein so attraktives Turnus- und Hausarztmodell vorfinden, damit sie sich leichter für diesen Beruf in Österreichs Regionen entscheiden können. Denn genau diese Jungen werden wir für die flächendeckende Versorgung brauchen! Jetzt ist es am zuständigen Minister, diese dringend nötigen Projekte rasch und konsequent abzuarbeiten", hält Korosec abschließend fest.

apa.at

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