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APA-Artikel 2. April 2014

CH: Vertreter der Medizinalberufe werben für neuen Verfassungsartikel

Die Berufsverbände des Gesundheitswesens unterstützen den Verfassungsartikel über die medizinische Grundversorgung: Mit dieser Botschaft sind am Dienstag Vertreter verschiedener Medizinalberufe vor die Öffentlichkeit getreten. Sie warben für ein ein Ja zum Artikel am 18. Mai.

Neben den Vertretern mehrerer Ärzteorganisationen waren bei der Medienkonferenz in Bern auch die Verbandsspitzen der Apotheker, der Medizinischen Praxisassistentinnen, der Pflegefachmänner und der Spitex zugegen.

Jeder Verbandsvertreter legte dar, wieso seine Organisation den Verfassungsartikel über die medizinische Grundversorgung unterstützt, über den am 18. Mai abgestimmt wird.

Es brauche eine Reorganisation des Gesundheitssystems, in dem die Grundversorgung gestärkt werde, sagte der Präsident des Schweizer Berufsverbands der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK), Pierre Théraulaz. Nur so könnten Spitäler und vor allem die Notfallzentren entlastet werden.

"Die Überalterung der Gesellschaft und die Zunahme chronischer Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck lassen sich nur mit einer gut funktionierenden Grundversorgung meistern", sagte Dominique Jordan, Präsident des Schweizerischen Apothekerverbands pharmaSuisse. Dabei spiele die Infrastruktur der Apotheken eine wichtige Rolle.

Im Anschluss an die Medienkonferenz wurde auf dem Bundesplatz vor einer grösseren Gruppe weiss gekleideter Ärztinnen und Ärzte und anderem Gesundheitspersonal der Abstimmungskampf lanciert.

Der Gesetzesartikel "ist verhältnismässiger als die Initiative", sagte Peter Tschudi, Präsident des Initiativkomitees "Ja zu Hausarztmedizin". Der Text sei keine Floskel, sondern schaffe die Grundlage für die medizinische Grundversorgung im Allgemeinen und die Stärkung der Hausarzt- und Kindermedizin im Besonderen.

Der Verfassungsartikel würde Bund und Kantone zu einer medizinischen Grundversorgung von hoher Qualität verpflichten. Die Hausarztmedizin wird im Text ausdrücklich hervorgehoben. Mit dem Verfassungszusatz würde der Bund auch neue Kompetenzen erhalten, beispielsweise könnte er Vorgaben für die Medizinalberufe erlassen.

Kaum eine Volksinitiative habe so viel Vorwirkung erzielt wie die ihre, sagte Tschudi. Die Initianten zogen ihre Initiative, welche sich nur auf die Hausärzte bezog, im letzten September zurück. Den Ausschlag für den Entscheid gaben neben dem neuen Verfassungsartikel auch ein im Sommer 2012 gestarteter Massnahmenplan von Bund und Kantonen, der für Hausärzte verschiedene Verbesserungen bringen wird.

Zudem verfügte Gesundheitsminister Alain Berset eine Änderung des Ärztetarifs Tarmed, welche das Einkommen der Hausärzte um 200 Millionen Franken auf Kosten der Spezialisten und Spitäler erhöhen soll.

"Die Anliegen der Initianten sind von den Behörden aufgegriffen worden", erklärte Peter Tschudi. In Bezug auf diese Tarifänderung bestünden zwar Differenzen zu den Verbänden der Spezialärzte, nicht aber wegen des Verfassungsartikels, betonte er. Der neue Artikel geniesse "breiten Rückhalt in der Ärzteschaft".

apa.at

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