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APA-Artikel 1. April 2014

Gesundheitskonferenz: Ärztebashing des Patientenanwalts hilft nur wenig

Scharfe Kritik richtet Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres an den jüngsten Aussagen des niederösterreichischen Patientenanwalts Gerald Bachinger, der bei der Gesundheitskonferenz evidenzbasierte, qualitätsgesicherte Behandlung einforderte und dabei "in andauernder und undifferenzierter Weise die Ärzteschaft in Misskredit bringt".

Die Ausbildung eines Arztes dauere mindestens neun Jahre, und alle Ärztinnen und Ärzte hätten eine verpflichtende Fortbildung. "Allein die Wiener Ärztekammer bietet pro Jahr in etwa 200 Fortbildungsveranstaltungen an. Die dabei vergebenen Fortbildungspunkte sind nachzuweisen und werden kontrolliert", betont Szekeres. Ihm sei keine Berufsgruppe mit nur annähernd so strengen Verpflichtungen zur Fortbildung bekannt, wie die der Ärzteschaft. "Hier von mangelnder Evidenz bei der Therapie unserer Patienten zu sprechen, führt ungerechterweise nur zur Verunsicherung von Patienten und zu Frustration bei den Ärztinnen und Ärzten, welche sich fast ausnahmslos für ihre Patienten maximal einsetzen, in vielen Fällen geradezu aufopfernd."

Trotzdem wünscht sich Szekeres eine kontinuierliche Verbesserung der Ausbildung, wie zum Beispiel die Einführung von verpflichtendem Unterricht in Lehrpraxen oder eine bessere Vorbereitung der Allgemeinmediziner während ihrer Ausbildung auf den späteren Beruf. "Leider sind hier die Verantwortlichen nicht sehr empfänglich für sinnvolle Neuerungen", kritisiert Szekeres. Vielmehr würden Ärztinnen und Ärzte, die täglich ihr Bestes geben, andauernd kritisiert.

Die Folge davon sei, dass sich auch aufgrund der mangelnden Wertschätzung durch Politik und Sozialversicherung immer weniger Ärztinnen und Ärzte um Tätigkeiten im Bereich der Sozialversicherung bewerben. Allein im vergangenen Jahr hat es in Wien bei 48 Ausschreibungen für Kassenverträge für Allgemeinmedizin bei sieben Stellen keinen einzigen Bewerber gegeben, bei zehn weiteren Stellen gab es nur einen einzigen Bewerber.

Für Szekeres sind das eindeutige Hinweise darauf, wie notwendig es ist, die Arbeitsbedingungen für Ärztinnen und Ärzte nachhaltig zu verbessern. "Die Wartelisten für Anstellungen in den Spitälern sind leer, und immer mehr Absolventen des Studiums ziehen es vor, ins Ausland zu gehen. Sie erhalten dort eine bessere Ausbildung, eine bessere Bezahlung und werden wertgeschätzt." Ärztebashing allein helfe jedenfalls wenig, "es spitzt höchstens die Lage noch weiter zu".

apa.at

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