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APA-Artikel 31. März 2014

Gesundheit - Konferenz berät neue ambulante Versorgungsstrukturen

Mit einer Konferenz im Gesundheitsministerium haben am Montag die Beratungen über die Zukunft der medizinische Primärversorgung in Österreich begonnen. Statt des einzelkämpferischen Arztes in seiner Praxis soll die Kooperation der Gesundheitsberufe im Mittelpunkt stehen, hieß es am Montag in einer Pressekonferenz. Beschlüsse sollen zu Jahresmitte fallen, Pilotversuche zu Jahresende starten.

Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) sprach in einer Pressekonferenz vor Konferenzbeginn von der Notwendigkeit einer "radikalen Veränderung", um die Bedürfnisse der Patienten in den Mittelpunkt zu stellen. Die Zusammenarbeit aller Beteiligten im ambulanten Bereich müsse künftig standardisiert und durchgängig angeboten werden, ergänzte Wiens Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ). Zwar kümmerten sich schon heute manche Ärzte darum, "aber das findet eher auf der Hobbyschiene statt".

Es seien vor allem die mangelhaften Öffnungszeiten und zu wenig Zuwendungsmedizin in den Arztpraxen, die die Patienten kritisierten, sagte der Vorsitzende des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, Hans-Jörg Schelling. Wichtig sei die Einbindung aller Gesundheitsberufe. Der Arzt solle dabei als "Gesundheitskoordinator durch das System" fungieren. Viele Hürden gebe es beim Berufsrecht oder bei Haftungsfragen, die Systemänderung werde daher noch einige Gesetzesänderungen notwendig machen.

Dass es mit den gut 20.000 Arztpraxen in Österreich bereits ein funktionierendes "Primary Health Care"-System gebe, betonte Ärztekammer-Präsident Artur Wechselberger. Veränderungen will aber auch er. "Die Medizin ist arbeitsteilig geworden." Die Behandlung vor allem chronischer Erkrankungen sei so komplex geworden, "dass der Hausarzt dringendst Unterstützung braucht". Noch gebe es auch keine Steuerung. "Derzeit stimmen die Menschen mit den Füßen ab und gehen in die Krankenhausambulanzen."

Ein Pilotprojekt mit Ärzten, Therapeuten und Pflegepersonal unter einem Dach soll noch heuer in Enns starten, und auch Wien hat bereits drei Modelle in Vorbereitung, sagte Wehsely. Man wolle unterschiedliche Konzepte testen, bevor man sie flächendeckend ausrolle, erklärte sie. Für das sprichwörtliche Tiroler Bergdorf gebe es dabei natürlich andere Ansprüche als für eine Großstadt wie Wien. Die verschiedenen Modelle sollen bereits in der Testphase laufend evaluiert werden.

Grundlage für all das ist die von Bund, Ländern und Sozialversicherung ausverhandelte Gesundheitsreform. Dass das Land Niederösterreich den in diesem Zusammenhang nötigen Landeszielsteuerungsvertrag noch immer nicht zusammengebracht hat, ist laut Stöger noch kein Problem. Er deutete an, dass man das Überschreiten des Zieltermins Ende März um einige Tage auch noch akzeptieren werde. Sollten Land und Sozialversicherung aber gar nichts zustande bringen, werde die Bundeszielsteuerungskommission Festlegungen für Niederösterreich treffen.

apa.at

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