zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 26. März 2014

Mammografie-Programm: Gynäkologen bedauern Rückgang

Österreichs Gynäkologen sehen den registrierten Rückgang der Mammografie-Untersuchung um 40 bis 70 Prozent seit dem Start des entsprechenden Programms Anfang des Jahres mit "großer Besorgnis". Die Durchführung sei offenbar nicht adäquat, hieß es am Mittwoch in einer Aussendung.

"Wir begrüßen prinzipiell ein organisiertes Screeningprogramm sehr, da es gegenüber dem bisher üblichen opportunistischen System (wer kommt, wird untersucht; Anm.) viele Vorteile aufweist. Die Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG) und die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie der OEGGG (AGO) sehen die Entwicklung der Brustkrebsfrüherkennung in Österreich mit großer Besorgnis", schrieben die Fachgesellschaften in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Allerdings, mit dem Wegfall von Zuweisungen für die Früherkennungs-Mammografie durch die Ärzte, hätte man die "Vertrauensärztinnen und Ärzte in diesem System bewusst exkludiert". In medizinischen Belangen würden die Frauen mehr den Empfehlungen der Ärztinnen und Ärzte und wahrscheinlich weniger Einladungen per Post - in dem Programm - vertrauen. Form und Inhalt der Einladungen würden offenbar von den Frauen falsch verstanden. Der umfangreiche Text werde nicht gelesen. Darüber hinaus setze die knappe Gültigkeit die Frauen unter Druck.

Die Experten: "Das Früherkennungsprogramm ist leider, wie erwartet, von den Frauen nicht im notwendigen Ausmaß angenommen worden, wie aus der Beteiligungsrate zu ersehen." Es sei bedauerlich, dass man von Modellsystemen wie z.B. in Tirol, nicht gelernt hätte. Dort gibt es nach wie vor direkte Einladungen an alle für das Programm infrage kommende Frauen und auch die Möglichkeit zur Überweisung durch den behandelnden Arzt. Keinesfalls würden Ärzte gegen das derzeitige Programm arbeiten. Fragen von Finanzen oder gar Machtinteressen gebe es nicht.

"Selbstverständlich stehen die Frauenärztinnen und Frauenärzte für Gespräche zur Verfügung, um dieses wichtige Projekt erfolgreich zu gestalten. Als Sofortmaßnahme sollte die Möglichkeit einer ärztlichen Zuweisung zur Mammografie, wie sie bisher existierte, weiter ermöglicht werden", erklärten die Fachleute.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben