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APA-Artikel 25. März 2014

Vertrag zwischen Tilak und Meduni für "friktionsfreie" Zusammenarbeit

Die Innsbrucker Medizin-Uni und der Tiroler Landeskrankenhauserhalter Tilak haben sich auf einen Zusammenarbeitsvertrag geeinigt. Dieser soll die Kooperation in organisatorischen und finanziellen Dingen sowie in Personalfragen in Zukunft "friktionsfreier" gestalten, meinte etwa Tilak-Vorstandsdirektor Stefan Deflorian am Dienstag. In der Vergangenheit hatte es des Öfteren Reibungspunkte gegeben.

Auch Meduni-Rektorin Helga Fritsch gab sich bei einer gemeinsamen Pressekonferenz nach der Vertragsunterfertigung am Dienstag zuversichtlich, dass mit der Vereinbarung ein "großer Schritt für universitäre Spitzenforschung" und für die Patientenversorgung gesetzt worden sei: "Wir haben damit den richtigen Weg eingeschlagen". Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) sah darin gar einen "Meilenstein" für die Gesundheitsversorgung in Tirol. Tilak und Meduni werden künftig "an einem Strang ziehen" und gemeinsam auftreten, erklärte der Landes-Chef.

In der noch offenen Frage des "klinischen Mehraufwandes ", also jenem Aufwand der Krankenanstalten entsteht, wenn diese als Unikliniken universitäre Forschung und Lehre betreiben, betonte Platter, dass er sich vom Bund "Pakttreue" erwarte. 2015 sollen nämlich die Verhandlungen darüber geführt werden, wie in dieser Frage eine Gleichstellung der Unikliniken Graz, Wien und Innsbruck ab 2016 erreicht werden könne. Eine Gleichstellung impliziere auch eine "Gleichbehandlung", argumentierte Platter, der in einer mit dem damaligen Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) 2012 geschlossenen Vereinbarung die Grundlage für die Verhandlungen sieht. Damals war beschlossen worden, dass das Land Tirol für die Periode 2007 bis 2012 rund 380 Mio. bekommt, für die Jahre 2013 bis 2015 fließen jeweils 60 Millionen Euro für den "klinischen Mehraufwand".

Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (ÖVP) sagte, dass der Zusammenarbeitsvertrag, der die Verantwortlichen die vergangenen Jahre "intensiv" beschäftigt habe, neue Maßstäbe setze. "Die institutionelle Zusammenarbeit zwischen Tilak und Meduni kann durch die Vereinbarung nachhaltig und systemhaft verbessert werden", meinte Tilg.

Die Eckpunkte des Vertrages: Unter anderem soll eine achtköpfige Kommission mit jeweils vier Vertretern von Tilak und Meduni eingerichtete werden, die Vorschläge zu grundlegenden Fragen erarbeiten beziehungsweise Meinungsverschiedenheiten klären soll. Zudem werde es eine wechselseitige Einbindung in die Führungsgremien und bei der Besetzung von Leitungsfunktionen geben. Letztere sollen in Zukunft in gegenseitigem Einvernehmen besetzt werden. Sowohl Tilak als auch Meduni werde ein gegenseitiges Anhörungsrecht bei der Besetzung klinischer Vizerektoren oder Professoren auf der einen bzw. bei der Ärztlichen Direktion auf der anderen Seite eingeräumt. Auch die Verantwortlichkeiten, Kompetenzen und Anordnungsbefugnisse soll der Vertrag fortan genau regeln.

apa.at

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