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APA-Artikel 25. März 2014

Anerkennung von Blindenhunden als Rehabilitationsmaßnahme abgelehnt

Am 20. März 2014 wurde im Gesundheitsausschuss des Nationalrats ein Antrag auf gesetzliche Anerkennung von Blindenführhunden als medizinische Rehabilitationsmaßnahme aufgrund der mangelnden Zustimmung von SPÖ und ÖVP abgelehnt. Die vom Team Stronach und den Grünen vorgebrachten Argumente, wonach Blindenführhunde eine enorme Hilfe für blinde und sehbehinderte Menschen in deren Alltag darstellen, fanden zum Bedauern des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Österreich (BSVÖ) kein Gehör.

Der BSVÖ setzt sich seit Jahren für die Kostenübernahme für die Neu- und Wiederbeschaffung von Blindenführhunden ein. Während in Ländern wie Schweden oder Deutschland eine 100 prozentige Finanzierung möglich ist, zahlt das Bundessozialamt in Österreich derzeit ca. 60 Prozent der Kosten aus dem Ausgleichstaxfond. Die restlichen Kosten werden von anderen Trägern (PVA, SV) übernommen, wobei dies eine Kann-Bestimmung und keinen Rechtsanspruch darstellt. Das vorgebrachte Gegenargument im Ausschuss, wonach das Sozialministerium den Erwerb von Führhunden bereits finanziell unterstütze, hat somit nur begrenzte Gültigkeit. Auch kann das Finanzierungsargument als solches generell abgelehnt werden, da jährlich nur etwa 10 Hunde ausgebildet werden. Bei Anschaffungskosten von etwa 30.000,- Euro würden sich die Kosten für den Staat auf gerade einmal 300.000,- Euro belaufen. Dr. Markus Wolf, Präsident des BSVÖ, bedauert die Entscheidung des Ausschusses aufs tiefste und möchte an dieser Stelle neuerlich an die Regierung appellieren, Blindenführhunde als medizinische Rehabilitationsmaßnahme anzuerkennen und so den betroffenen Personen deren Finanzierung deutlich zu verbessern.

apa.at

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