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APA-Artikel 21. März 2014

Gesundheit- Team Stronach: Schnelldiagnose von Pflegern in Ambulanzen

Team Stronach-Gesundheitssprecher Marcus Franz will in den allgemeinen Ambulanzen der öffentlichen Spitäler ein System zur Kategorisierung der Patienten nach medizinischer Dringlichkeit einführen. Die Einstufung sollten speziell geschulte Pflegekräfte vornehmen, schlug Franz am Freitag in einer Pressekonferenz vor.

Konkret will Franz das in den 90er Jahren in England entwickelte sogenannte "Manchester Triage System" übernehmen, das sich seit 20 Jahren in vielen Ländern bewährt habe. Dabei nehmen speziell geschulte Pflegekräfte eine Einteilung der Patienten in fünf Kategorien vor: sofort (Wiederbelebung), sehr dringend, dringend, Standard und nicht dringend zu behandeln. Diesen fünf Kategorien wird eine Maximalwartezeit für die Patienten zugeordnet. Diese reicht von sofortiger Behandlung bei absoluten Akutfällen bis zu einer Maximalwartezeit von 240 Minuten in der fünften Stufe.

Franz betont, dass die geschulten Pflegekräfte zwar die Einteilung der Patienten in den Ambulanzen vornehmen, aber keine medizinischen Entscheidungen treffen. Es handle sich nur um eine "Vorbegutachtung". Er erwartet sich davon auch eine Aufwertung der Krankenschwestern. Vor allem aber geht es ihm um eine Entlastung der extrem überlasteten Ambulanzen. Franz betont, dass Akutpatienten ohnehin sofort an die Reihe kommen und auch alle anderen Patienten zufrieden seien, weil sie sofort bei der Anmeldung erfahren, mit welcher Wartezeit sie rechnen müssen.

Der Team Stronach-Gesundheitssprecher wünscht sich, dieses System in den allgemeinen Ambulanzen in allen öffentlichen Spitäler umzusetzen. Er verweist darauf, dass es sich in vielen Ländern bewährt habe und noch nirgendwo ein Patient zu Schaden gekommen sei. Auch in Österreich werde es schon in den Spitälern Mistelbach, der Uni-Klinik Graz und bei den Barmherzigen Brüdern in Linz angewandt.

Darüber hinaus bekräftigt er auch die Forderung nach einer Aufwertung der Hausärzte, um die Patientenströme von den Ambulanzen auch in den niedergelassenen Bereich umleiten zu können. Dazu sollten Ärzte auch andere Ärzte anstellen dürfen und Ärztezentren im Umfeld von Spitälern errichtet werden, die am Abend oder an den Wochenenden die Patienten aufnehmen können. Zu diesen Randzeiten könnten nach Ansicht von Franz niedergelassene Ärzte auch die Infrastruktur des Spitals nutzen. Um die niedergelassenen Ärzte aufzuwerten, fordert Franz auch höhere Honorare, weil sie derzeit "schlechter bezahlt als Installateure" seien. Das dafür notwendige Geld will er über eine Zusammenlegung von Krankenversicherungsträgern lukrieren.

apa.at

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