zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 20. März 2014

D: Schwarz-Rot verspricht Hebammen Lösung - Auch Ärzte fordern Hilfe

Können Frauen auch künftig ihr Baby mit einer freiberuflichen Hebamme zur Welt bringen? Die Opposition fordert schnelle Hilfe für den in Not geratenen Berufsstand - die Koalition sagt sie zu.

Union und SPD haben den freiberuflichen Hebammen in Deutschland eine Lösung ihres Problems hoher Prämien für Haftpflichtversicherungen versprochen. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) bekräftigte am Donnerstag im Bundestag, er gehe davon aus, dass sich die Versicherungswirtschaft ihrer Verantwortung hinsichtlich neuer Gruppentarife bewusst sei.

Zeitnah würden zudem Modelle für langfristige Lösungen geprüft, sagte Gröhe. Im April würden dafür Ergebnisse einer interministeriellen Arbeitsgruppe veröffentlicht. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte: "Wir brauchen noch ein paar Wochen, und dann legen wir etwas vor, was in den letzten Jahren nicht zustande gekommen ist."

Die Grünen-Politikerin Elisabeth Scharfenberg forderte längerfristig eine gemeinsame Berufshaftpflicht für alle Gesundheitsberufe. Zunächst sei schnelles Handeln geboten: "Zeit haben die Hebammen jetzt nicht mehr." Die rund 3500 freiberuflichen Geburtshelferinnen sehen ihre berufliche Zukunft wegen stark gestiegener Versicherungstarife gefährdet.

Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery forderte weitergehende Lösungen: Auch für Ärzte und Kliniken sei der Abschluss von Haftpflichtversicherungen deutlich schwieriger geworden. Hintergrund sind hohe Schadenersatz-Summen im Fall von Fehlern.

Die Hebammen und ihre Unterstützer wollen ihr Anliegen auch im Petitionsausschuss des Parlaments vorbringen. Bereits bisher gibt es 370 000 Stimmen für einen Hilfsaufruf an Gröhe. Nun riefen die Initiatoren dazu auf, auch eine Petition an den Bundestag zu unterzeichnen.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben