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APA-Artikel 19. März 2014

Mammografie-Programm: Patientenanwalt verteidigte Vorsorge

Patientenanwalt Gerald Bachinger hat sich am Mittwoch im Ö1-Morgenjournal erstaunt über Kritik am Mammografie-Vorsorgeprogramm gezeigt und von "Widerständen" gesprochen, wonach manche Ärzte durch den einfacheren Zugang zum Programm einen Machtverlust sehen würden. Die Ärztekammer wies diese Anschuldigungen in einer Aussendung zurück.

Mit Jahresbeginn wurde das bundesweite Mammografie-Programm gestartet. Frauen im Alter zwischen 45 und 69 Jahren erhalten nun alle 24 Monate per Post eine persönliche Einladung zur Mammografie. Laut den Radiologen kommen jedoch nur fünf Prozent der eingeladenen Frauen zur Untersuchung. Die Situation ist damit schlechter als vor dem Beginn des Programms.

Bachinger zeigte sich skeptisch bezüglich der Zahlen, es brauche Zeit, bis sich das einschleift. Man müsse ein Dreivierteljahr abwarten, um die Wirksamkeit des Programms festzustellen. "Der Reflex, die Ärzte sind an allem schuld, hilft jedenfalls nicht weiter", so Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres. Die momentane Situation habe nichts mit "ärztlichem Machtverlust" zu tun, sondern sei vielmehr Ausdruck der Bedeutung des direkten Patientenkontakts durch den behandelnden Arzt. Dem müsse bei einer allfälligen Evaluierung des Screening-Programms mehr Rechnung getragen werden.

Szekeres kritisierte, dass Frauen per anonymen Brief ohne Absender zur Mammografie eingeladen werden, dies müsse "überdacht werden". "Ganz offensichtlich macht es einen Unterschied, ob Frauen von einer ihnen unbekannten Institution wie dem Hauptverband ein Schreiben erhalten, oder ob der sie behandelnde Vertrauensarzt im direkten Gespräch und nach eingehender Aufklärung und Beratung zur Mammografie überweist", so Szekeres.

apa.at

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