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APA-Artikel 19. März 2014

Zukunft Gesundheitswesen: IMC FH Krems eröffnet neues Health Lab und erforscht innovative Versorgungsformen

Der Gesundheitssektor steht vor enormen ökonomischen Herausforderungen. Die einerseits zunehmend älter werdende Gesellschaft und der andererseits immer größer werdende Mangel an finanziellen und personellen Ressourcen zwingen uns, neue Wege in der Versorgung zu gehen. Bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Eröffnung des neuen Health Labs an der IMC FH Krems diskutierten heute, Mittwoch, den 19. März 2014, hochkarätige Gäste am Campus Krems zum Thema "Innovative Versorgungsformen mithilfe der Telematik". Darunter versteht man den Einsatz neuer Technologien wie der Telemedizin und der Robotik sowie die neuen Möglichkeiten der Kommunikation zwischen pflegebedürftigen Menschen, Angehörigen und Gesundheits-diensteanbietern wie ÄrztInnen, Pflegepersonal und TherapeutInnen. An der IMC FH Krems ist die Zukunft des Gesundheitswesens längst ein zentraler Forschungsschwerpunkt - mit ihrem neu eingerichteten, hoch technologisierten Health Lab leistet sie Pionierarbeit in Österreich.

Krems: - Digitale Kommunikation am Krankenbett, Tablets und Apps zur Aufnahme von Blutwerten und anderen Gesundheitsindikatoren, Pflegeroboter und Arztkonsultation via Web - die Zukunft der Gesundheitsversorgung bietet besonders durch die Digitalisierung eine Vielzahl an Möglichkeiten. Im neuen Health Lab an der IMC FH Krems werden zukünftig Studierende und Lehrende neue Möglichkeiten der Versorgung sowie Chancen und Risiken, die durch den Einsatz von E-Health bestehen, interdisziplinär er- und beforschen. "Unser Health Lab dient vor allem der experimentellen Forschung. Dabei werden die Möglichkeiten moderner technologischer Entwicklungen mit den Erwartungshaltungen der LeistungsempfängerInnen abgeglichen und weiterentwickelt. Unter anderem generieren wir so fundiertes Wissen für den gewinnbringenden Einsatz der Telemedizin im Bereich Ambient Assisted Living", so Dr. Manfred Pferzinger, Studiengangsleitung Betriebswirtschaft für das Gesundheitswesen und Management von Gesundheitsunternehmen an der IMC FH Krems.

Die Eröffnung des neuen IMC FH Krems Health Labs war auch Anlass für eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion mit Gerald Bachinger, Patientenanwalt NÖ, Claudia Fida, Leiterin des Pflegedienstes im Haus der Barmherzigkeit Wien, dem 1. Vizepräsidenten der Österreichischen Ärztekammer Karl Forstner, Martin Gleitsmann, Abteilungsleiter für Sozialpolitik und Gesundheit in der Wirtschafskammer Österreich, sowie dem Generaldirektor-Stellvertreter im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger und technischen Geschäftsführer der SV-Chipkarten Betriebs- und Errichtungsgesellschaft (SVC) Volker Schörghofer. Die Brandrede hielt Franz-Josef Radermacher, Professor für Informatik an der Universität Ulm und Leiter des Forschungsinstituts für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung.

 Was verbirgt sich hinter E-Health und Ambient Assisted Living?

Unter Ambient Assisted Living werden allgemein altersgerechte innovative, technische Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes, umgebungsgestütztes Leben älterer Menschen verstanden. Die Technik passt sich dabei den NutzerInnen an und nicht umgekehrt. In den IMC FH Krems-Projekten soll unter anderem erforscht werden, wie die Systeme auf die unterschiedlichen Bedürfnisse gesunder und multimorbider Menschen angepasst werden können. Das neue Labor an der Fachhochschule gliedert sich in zwei Bereiche: Im Bereich E-Health befindet sich die Ausstattung heutiger Krankenzimmer, zusätzlich ausgerüstet mit den neuesten technologischen Features, wie Flatscreens zur Arzt/Ärztinnen-PatientInnen-Kommunikation, Tablets und Applikationen zur Überprüfung der Vitalfunktionen des/-r Patienten/-in und weitere digitale Geräte zur einfachen Erfassung von Körpertemperatur, Blutdruck und Körpergewicht. Im Heimarbeitsbereich befassen sich die Studierenden primär mit intelligentem Wohnen. Unter anderem wird ein Modell eines Einfamilienhauses mit intelligenter Haussteuerung getestet, auch 3D-Drucker und 3D-Scanner sind Teil der Forschung.

Sicherheit durch intelligente Haussteuerung

Im Health Lab wird untersucht, wie die Kommunikation zwischen PatientInnen und ÄrztInnen bzw. Pflegepersonal via Bildschirm funktionieren kann und in welchen Fällen diese Art der Kontaktaufnahme sinnvoll ist. "Ambient Assisted Living soll die Betreuung und Pflege älterer Menschen sowohl für das Pflegepersonal als auch für Angehörige durch altengerechte, digitale Kommunikationsmöglichkeiten erleichtern", so Prof.(FH) Dipl. Pflegewirt Joachim Schulze, Studiengangsleitung Gesundheits- und Krankenpflege. Via digitale Steuerungssysteme soll es zukünftig möglich sein, besonders Gefahrenquellen für Demenz-PatientInnen wie eingeschaltete Herdplatten und Bügeleisen extern deaktivieren zu können.

Wirtschaftliche Fragestellungen sollen ebenfalls durch die wissenschaftlichen Arbeiten an der IMC FH Krems beantwortet werden, um sowohl E-Health als auch den Einsatz von intelligenter Technologie im Haushalt auf ihre Finanzierbarkeit hin zu überprüfen und um sie dadurch zukünftig leistbar zu machen. Ein besonderes technisches Detail des Health Labs ist dabei ein Roboter, der die Videokommunikation zwischen pflegebedürftigen Personen und Angehörigen, Pflegekräften oder auch ÄrztInnen ermöglicht. Gleichzeitig kann sich die externe Person mittels Roboter im Haus der zu pflegenden Person bewegen - weitere Features wie das Abfragen von diversen Gesundheitsparametern mithilfe der Robotik sollen in den kommenden Jahren entwickelt werden.

Link: www.fh-krems.ac.at

apa.at

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