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APA-Artikel 19. März 2014

ELGA - SPÖ kritisiert Hausärzteverband

Der Gesundheitssprecher der SPÖ, Erwin Spindelberger, hat am Mittwoch in einer Pressekonferenz die Einführung der Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) verteidigt. Kritik übte er in diesem Zusammenhang an Ärztekammerfunktionären und speziell am Hausärzteverband. "Ich verlange im Gesundheitsbereich mehr Seriosität", sagte er.

Er habe kein Verständnis für "Schauermärchen" und die Aufforderung des Hausärzteverbandes an die Patienten, aus ELGA auszusteigen. Dessen Präsident Christian Euler habe sich selbst demaskiert, als er erklärt habe, er sei gegen die Akte, weil er auch die jüngste Gesundheitsreform nicht mittragen wolle, so Spindelberger. "Da sage ich, sollen sie ihre Verträge zurücklegen."

Spindelberger, der die Gesundheitssprecher-Rolle im SP-Nationalratsklub mit der neuen Legislaturperiode von Sabine Oberhauser übernommen hat, kommt aus Kapfenberg und war von 1999 bis 2002 Obmann der steirischen Gebietskrankenkasse. Unter Berufung auf diese Erfahrung unterstrich er die Bedeutung der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum. Mit der Umsetzung der Gesundheitsreform wolle man diese sicherstellen.

Die Primärversorgung müsse im Mittelpunkt stehen, aber auch die ausreichende Versorgung mit Arzneimitteln. Die jüngste Ärztekammer-Forderung, diese nach Schweizer Vorbild stärker den Medizinern zu überlassen, lehnte Spindelberger vehement ab. Bei der fachärztlichen Versorgung am Land schlug er vor, diese angesichts der Ausdünnung der Praxen auch in den Spitalsambulanzen anzubieten - dann aber auch dort von der Krankenkasse und nicht von den Ländern bezahlt.

Die gesundheitspolitischen Vorhaben der Regierung können sich nach Ansicht Spindelbergers sehen lassen. Er verwies etwa auf die Gratis-Zahnspange für Kinder und Jugendliche, die am Donnerstag im Gesundheitsausschuss beschlossen werden soll. Dass auch der festsitzende Zahnersatz und die Mundhygiene für Kinder noch in dieser Legislaturperiode kommen werden, glaubt der SP-Gesundheitssprecher eher nicht. Die nötige Finanzierung müsste man im Zuge einer großen Steuerreform sicherstellen.

apa.at

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