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APA-Artikel 19. März 2014

Das ärztliche Gespräch ist durch nichts zu ersetzen

"Wir sind nicht verwundert, dass das Mammografie-Screening-Programm so wenig Resonanz erfährt", meint Dr. Christoph Reisner, MSc, Präsident der NÖ Ärztekammer. "Wenn ich als Patient einen "Werbebrief" einer anonymen Institution bekommen würde, dann würde mich dieser bei gesundheitlichen Fragen sicherlich nicht so ansprechen, wie der direkte Kontakt zur Ärztin bzw. zum Arzt meines Vertrauens." Aus den Erfahrungen mit der Vorsorgeuntersuchung hätte man schon viel lernen können. "Mit einer anonymen Massensendung ohne Bezug auf die individuellen Bedürfnisse und Probleme erreicht man einfach die Zielgruppe nicht."

Entbehrlich ist aus seiner Sicht jedoch der übliche Aufschrei des so genannten Patientenanwalts, der in diesem Zusammenhang wieder einmal reflexartig die Ärzteschaft für etwas verantwortlich macht, was ausschließlich durch Politikversagen zustande gekommen ist. "Das ärztliche Gespräch ist durch nichts zu ersetzen, dass sollte einem Patientenanwalt auch bekannt sein. Wenn jedoch die Meinung der Ärztinnen und Ärzte bei immer mehr "Reformen" nicht gefragt ist und daher auch nicht einfließt, braucht man sich auch nicht zu wundern, wenn immer weniger so funktioniert, wie es sich die Verantwortlichen vorstellen", so der Ärztekammerpräsident. "Daher, Herr Dr. Bachinger: Wenden Sie sich als offizieller Patientenvertreter bei bestehenden Missständen bitte an diejenigen, welche diese verursacht haben. Und nicht pauschal an die ebenfalls von den Missständen betroffene Ärzteschaft!"

apa.at

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