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APA-Artikel 19. März 2014

Mammografie: Ärztekammer weist Anschuldigungen von Bachinger zurück

Verärgert zeigt sich Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres über den Vorwurf des niederösterreichischen Patientenanwalts Gerald Bachinger, der im heutigen Ö1-Morgenjournal den Ärzten die Schuld an der geringen Inanspruchnahme des Mammografie-Screening-Programms gegeben hat. Der "übliche Reflex Bachingers, in der Ärzteschaft den alleinigen Feind zu sehen, statt auch einmal die eigenen Positionen kritisch zu hinterfragen", bringe zwar kurze mediale Aufmerksamkeit, nütze den betroffenen Frauen aber "herzlich wenig", so Szekeres.

Tatsächlich seien die ersten Teilnahmezahlen trotz des relativ kurzen Beobachtungszeitraums seit Einführung "eher ernüchternd". Für Szekeres ist das ein Zeichen dafür, dass die gewählte Vorgangsweise, Frauen per anonymem Brief ohne Absender zur Mammografie einzuladen, möglicherweise überdacht werden muss: "Ganz offensichtlich macht es einen Unterschied, ob Frauen von einer ihnen unbekannten Institution wie dem Hauptverband ein Schreiben erhalten, oder ob der sie behandelnde Vertrauensarzt im direkten Gespräch und nach eingehender Aufklärung und Beratung zur Mammografie überweist."

Gleichzeitig räumt Szekeres ein, dass der ursprüngliche Ansatz, Frauen, die bisher zu keiner Mammografie gegangen sind, nunmehr durch eine direkte Einladung zur Untersuchung zu motivieren, prinzipiell richtig ist. Intensive Aufklärungsarbeit mit vermehrter Einbindung der behandelnden Ärztinnen und Ärzte sowie gezielte Information seien aber notwendig, um dieses auch Ziel zu erreichen - hier gehöre also nachgebessert.

"Der Reflex, die Ärzte sind an allem schuld, hilft jedenfalls nicht weiter", betont Szekeres. Die momentane Situation habe daher auch nichts mit "ärztlichem Machtverlust" zu tun, wie Bachinger im Morgenjournal insistierte, sondern sei vielmehr Ausdruck der Bedeutung des direkten Patientenkontakts durch den behandelnden Arzt. Dem müsse bei einer allfälligen Evaluierung des Screening-Programms mehr Rechnung getragen werden.

apa.at

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