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APA-Artikel 13. März 2014

Neuer Kabeg-Chef hat in Kärntens Spitälern einige Baustellen geerbt

Im Jänner hat Arnold Gabriel den Vorstandsposten bei der Kärntner Krankenanstalten-Betriebsgesellschaft Kabeg übernommen. Am Donnerstag präsentierte er seine Erkenntnisse aus dem in den vergangenen Wochen durchgeführten "Kassasturz", der ergab, dass er von seiner Vorgängerin Ines Manegold einige Baustellen geerbt hat. So habe es am Klinikum Klagenfurt fast vier Jahre Stillstand gegeben.

"Seit 2010 hat es in Klagenfurt praktisch keine Bau- und Investitionstätigkeiten mehr gegeben, was zur Folge hat, dass wir allein für den Betrieb von Leerflächen 650.000 Euro im Jahr ausgeben müssen", erklärte Gabriel. Er habe nun rasch Maßnahmen erarbeitet, um diese Probleme zu lösen, es werde Umbauten geben. Ein zweites akutes Problem ist die Tatsache, dass zwei Gebäude am Gelände des Klinikums, das alte Ärztehaus und die Chirurgie West, im Wasserschutzgebiet liegen. "Wenn wir diese Gebäude nicht bis 2015 abreißen, verlieren wir das Brunnenrecht", sagte Gabriel. Derzeit verwendet das Spital das Wasser aus dem eigenen Brunnen, ein Anschluss an das öffentliche Wassernetz würde eine Million Euro kosten, die laugenden Kosten betrügen 400.000 Euro pro Jahr. Gabriel will die eigene Wasserressource auf jeden Fall erhalten.

Einige weitere Projekte wurden redimensioniert, zum Teil auch durch das Spardiktat der Politik. Der vom Land bewilligte Nettogebarungsabgang für 2014 liegt mit 242 Millionen Euro gleich hoch wie im Jahr davor. Allein die Gehaltserhöhungen für die mehr als 7.000 Mitarbeiter machen aber acht Millionen aus. "Die müssen wir so im Budget unterbringen", so Gabriel. Durch die engen Finanzen müssten Strukturveränderungen nun rasch angegangen werden, auch könnten nicht alle geplanten Projekte zugleich umgesetzt werden. Einige werden priorisiert, andere wandern nach hinten. Nicht aufschiebbar sind für Gabriel der Austausch des Linearbeschleunigers für die Krebstherapie in Klagenfurt, der allein zehn Millionen Euro kostet. Auch der Magnetresonanztomograph hat nach 13 Jahren ausgedient, für den Tausch sind 1,4 Millionen nötig.

Parallel dazu muss auch noch die turbulente Vergangenheit der Ära Manegold - sie wurde ja fristlos entlassen - aufgearbeitet werden. Dafür gab es einen Führungskräfte-Workshop. Gabriel: "Da wurden Vorgaben ausgearbeitet, nach denen künftig gearbeitet werden muss." Dazu gehöre die Implementierung des Vier-Augen-Prinzips, vollständige Dokumentationen, aber auch die Einhaltung von Dienstwegen. Auf Fragen über konkrete Verfehlungen Manegolds wollte Gabriel nicht antworten, diese Dinge seien Sache der Staatsanwaltschaft. Er wolle zudem auch "keine Steine nach hinten werfen", sondern nach vorne blicken.

apa.at

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