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APA-Artikel 12. März 2014

ELGA - Hausärzteverband: "Gesundheitsakte rettet kein Leben"

Der Hausärzteverband hat am Mittwoch in seiner Kritik an der Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) nachgelegt. "ELGA rettet kein Leben", sagte Sprecher Wolfgang Geppert in einer Pressekonferenz, in der die Mediziner "Märchengeschichten" rund um die Akte zu widerlegen versuchten. Die ELGA GmbH wies dies zurück und forderte in einer Aussendung eine Rückbesinnung auf die Fakten.

Als Märchen wiesen die Ärzte etwa zurück, dass ELGA bei Bewusstlosen mithelfen könne, rascher zu einer Diagnose und Therapie zu kommen. In Notfällen zählten Sekunden, da könne man nicht minutenlang auf Datenabfragen warten, widersprach Notarzt Karl Ischovitsch.

Auch einen medizinischen Fortschritt durch ELGA gebe es nicht, betonte Hausärzteverband-Präsident Christian Euler. Sie werde frühestens in fünf Jahren das können, was die hausärztliche EDV schon heute leiste. Als Mittel gegen Betrug durch Ärzte diene ELGA ebenso wenig, und die Warnung vor der Gesundheitsgefährdung durch die Abmeldung von ELGA sei "eine echte Desinformation", so Geppert.

Hans Zeger von der ARGE Daten kritisierte, dass ELGA von Verwaltungsbeamten konzipiert sei. Entsprechend sei sie ein intransparentes und kompliziertes bürokratisches System. Aufgabe von Ärzten sei es aber nicht, Akten zu verwalten, sondern Menschen zu behandeln und das notwendige zu dokumentieren. "Das soll die Zukunft der Gesundheitsbetreuung sein?", höhnte er. "Da kann ich nur sagen, Gott sei Dank bin ich noch gesund, und hoffentlich bleibe ich es auch."

Bei der für die Realisierung der Systems zuständigen ELGA GmbH wies man die Kritik zurück. Die Gesundheitsakte eröffne neue Möglichkeiten der Qualität im Gesundheitswesen, hieß es in einer Aussendung, und entgegen der Meinung vieler Hausärzte erfahre die ELGA eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung.

ELGA habe das Potenzial, das österreichische Gesundheitssystem maßgeblich zu verbessern. Neben der zielgerichteten Unterstützung der Ärzte stärke sie vor allem die Rechte der Patienten. Diagnose- und Behandlungsverläufe würden transparenter, die Menschen könnten sich künftig leichter über ihren Gesundheitszustand informieren und würden in ihrer Gesundheits- und Entscheidungskompetenz gestärkt, hieß in der Aussendung.

apa.at

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