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APA-Artikel 10. März 2014

ELGA: Informationskampagne der Ärztekammer stößt auf enormes Interesse

Die aktuelle Informationskampagne der Wiener Ärztekammer zur Elektronischen Gesundheitsakte ELGA stößt bei den Patienten auf enormes Interesse. "Die Telefone bei uns läuten ununterbrochen, vor allem die Opt-out-Formulare werden laufend für die Ordinationen nachbestellt", berichtet Johannes Steinhart, Obmann der Kurie niedergelassene Ärzte und Vizepräsident der Ärzteammer für Wien.

Vergangene Woche startete die Wiener Ärztekammer eine umfassende ELGA-Informationskampagne für Patientinnen und Patienten. Alle Ordinationen in Wien erhielten sogenannte ELGA-Info-Boxen, die neben Informationsfoldern auch Opt-out-Formulare enthalten.

Die Wiener Ärztekammer gibt keine Empfehlung ab, sich von ELGA abzumelden. Wer nicht möchte, dass seine Daten in ELGA aufscheinen, sollte eine einfache und unbürokratische Möglichkeit haben, eine Widerspruchserklärung abzugeben.

"Es ist ganz offensichtlich, dass es ein immenses Informationsdefizit bei den Patienten gibt", erklärt Steinhart. Bedauerlicherweise habe es die verantwortliche ELGA GmbH bisher völlig verabsäumt, die Bevölkerung objektiv über ELGA zu informieren. Die Ärztekammer musste diese Lücke daher schließen.

"Unsere niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sind sehr froh, nun eine Hilfestellung zu haben, um verunsicherte Patientinnen und Patienten zu informieren", schildert Steinhart die Situation. "Wir mussten bereits eine zweite Auflage der Opt-out-Formulare drucken lassen."

Christian Husek, Arzt für Allgemeinmedizin in Wien-Liesing berichtet: "Es war sehr wichtig, für unsere Ordinationen Informationen über ELGA bekommen zu haben. Seit Anfang des Jahres haben sich sehr viele Patientinnen und Patienten bei uns über ELGA erkundigt. Die Informationsfolder werden gerne mitgenommen, da es noch viele offene Fragen zu ELGA gibt. Wir versuchen, die Patienten bestmöglich zu informieren, um ihnen eine eigene bewusste Entscheidung - Teilnahme oder Abmeldung - zu ermöglichen und stellen ihnen gegebenenfalls das Abmeldeformular zur Verfügung."

Ähnlich argumentiert auch Barbara Pelzl, Fachärztin für Psychiatrie in Wien-Margareten: "Es herrscht eine große Verunsicherung unter meinen Patientinnen und Patienten. Daher besteht eine sehr große Nachfrage nach den Opt-Out-Formularen. Die ELGA-Info-Box in der Ordination war sehr schnell leer, denn für viele meiner Patienten ist die Online-Abmeldung nicht möglich."

Auch die Ärztekammer kritisiert, dass es den Patientinnen und Patienten "nicht gerade leicht gemacht wird", sich von ELGA abzumelden. Der Widerspruch sei mit einem großen bürokratischen Aufwand verbunden. "Vor allem für Personen, die über keine Bürgerkarte beziehungsweise Handysignatur oder elektronische Signatur verfügen, bauen sich große bürokratische Hindernisse auf", so Steinhart. (ssch)

 Die Informationsfolder zur Elektronischen Gesundheitsakte ELGA sowie die Opt-out-Formulare können Patientinnen und Patienten österreichweit kostenlos in der Pressestelle der Ärztekammer für Wien unter Tel.: 01/515 01-1223, E-Mail: anfordern oder auf www.aekwien.at downloaden.

apa.at

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