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APA-Artikel 6. März 2014

Neue Initiative zur Heilung chronischer Wunden

Chronische Wunden können zur Amputation von Gliedmaßen führen. In vielen Fällen könnte dies durch eine bessere Versorgung verhindert werden, kritisierten die Verantwortlichen der Initiative "Wund?Gesund!" am Donnerstag bei einem Pressegespräch zum Startschuss in Wien. Der Großteil der rund 400.000 österreichischen Wundpatienten (86 Prozent) erhielten keine optimale Versorgung, hieß es.

Wenn eine Wunde länger als drei Monate lang nicht heilt bzw. keine Besserung zu verzeichnen ist, gilt diese als chronisch. Fünf Prozent der Bevölkerung sind betroffen - Tendenz steigend. Hierzulande stellt Diabetes eine der Hauptursachen dar - etwa neun Prozent leiden an der Stoffwechselkrankheit. 15 Prozent dieser Patienten wird ein Fuß abgenommen. Vier von zehn dieser Amputationen wären mit innovativer Wundversorgung und entsprechender Therapie vermeidbar, zeigten sich die Verantwortlichen der neuen Kampagne überzeugt.

Würden die Betroffenen sowohl effektiv als auch effizient behandelt, rentiere sich das nicht nur für deren Lebensqualität, sondern bedeute auf längere Sicht auch volkswirtschaftliche Einsparungen. Das Problem: Die Kosten für viele Verbandstoffe werden von den Kassen nicht übernommen. Es werde nach Preis- statt nach dem Nutzen-Aspekt entschieden, bemängelte "Wund?Gesund!", ein Zusammenschluss aus zehn Medizinprodukte-Unternehmen aus dem Bereich Verbandstoffe.

Von den etwa 6.000 Medizinprodukten im Bereich Wundversorgung auf dem heimischen Markt werden 2.100 über den Tarifkatalog des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger geführt. 1.650 davon bezahlt, für 450 die Kosten rückerstattet. Innovationen wurden heuer keine hinzugefügt, was gerade in diesem Bereich kurzsichtig sei.

"Chronische Wunden sind ein Stiefkind der Versorgung in Österreich" so der Mediziner Michael Schintler. Während etwa in Großbritannien eigene "Fußkliniken" seit den 1980er-Jahren signifikant dazu beigetragen haben, die Zahl der Amputationen niedrig zu halten, bleibe die diesbezügliche Versorgung hierzulande "schlecht", kritisierte der Präsident der AWA (Austrian Wound Association). Das liege auch daran, dass die Vergütung für die Ärzte ausgesprochen unattraktiv sei. Darüber hinaus mangle es den Patienten oft an Information und Transparenz: Das sogenannte Diabetische Fußsyndrom verläuft beispielsweise oft schmerzfrei, wird nicht selten nur unzureichend behandelt und endet in einer durchaus vermeidbaren Amputation.

(S E R V I C E - Details unter www.wund-gesund.at)

apa.at

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