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APA-Artikel 6. März 2014

Österreich-Premiere für neue künstliche Herzklappe in Linz

Im Linzer Krankenhaus der Elisabethinen ist zum ersten Mal in Österreich eine neuartige Herzklappe eingepflanzt worden, die viel besser abdichtet als herkömmliche Prothesen und weit präziser positioniert werden kann. In einer Pressekonferenz am Donnerstag wurden die Methode und die erste Nutznießerin vorgestellt.

Der 81-jährigen Maria Rieger aus dem Bezirk Kirchdorf wurde Mitte Jänner die "Direct Flow"-Aortenklappe eingesetzt. Nach dem Eingriff musste sie nur einige Tage zur Beobachtung im Spital bleiben, eine intensivmedizinische Betreuung war nicht nötig. "Ich habe Probleme mit der Luft gehabt", schilderte sie ihren Zustand vor der Operation. Heute wirkt sie fit und freut sich bereits wieder auf die Arbeit in ihrem Garten.

Die neue Bioprothese besteht aus einer Rinderklappe und einem mit Kochsalzlösung und Kontrastmittel gefüllten Gerüst. Sie wird durch einen Transportkatheter über die Leiste ins Herz eingeführt, dort entfaltet und angepasst. Ihr Vorteil gegenüber den bisher verwendeten Modellen ist, dass sie beliebig oft neu positioniert werden kann, während der Sitz bisher beim ersten Versuch passen musste. Zuletzt wird über feine Kanäle die im Gerüst enthaltene Flüssigkeit durch einen Kunststoff ersetzt, der aushärtet, erklärte Oberarzt Wolfgang Tkalec, der die Klappe implantiert hat.

Die Erwartungen seien groß, man müsse aber erst abwarten, inwieweit sie sich auch tatsächlich erfüllen, so Kardiologie-Primar Hans-Joachim Nesser. Es sei vor allem zu beobachten, wie lange die Prothese hält. Herkömmliche mechanische Klappen aus Metall funktionieren zwar jahrzehntelang, es ist aber ein schwerer chirurgischer Eingriff und eine Blutverdünnung nötig. Die Implantierung von Bio-Klappen über einen Katheter ist weit schonender für den Patienten und wird daher vor allem bei älteren Patienten oder solchen mit Vorerkrankungen eingesetzt. Nachteil: Die Haltbarkeit beträgt nur einige Jahre.

Zehn Prozent der Betroffenen würden auch einen Herzschrittmacher brauchen, weil durch das Implantat Druck auf der Herzgewebe ausgeübt wird, so Tkalec. Dieser Anteil werde durch die "Direct Flow"-Klappe verringert. Die "Revolution" an der neuen Prothese sei, dass der Chirurg beliebig oft die Position der Klappe verändern könne, sagte Nesser. Bisher war das nicht möglich und deshalb habe man bei künstlichen Klappen immer ein gewisses Maß an Undichtigkeit in Kauf nehmen müssen.

apa.at

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