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APA-Artikel 5. März 2014

"Arznei & Vernunft" veröffentlicht neue Leitlinie zu Blutverdünnern

Die Initiative "Arznei & Vernunft" hat für die Anwendung von sogenannten Antikoagulantien (umgangssprachlich "Blutverdünner") eine neue Leitlinie veröffentlicht. Wie am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien bekannt gegeben wurde, können Ärzte das Handbuch unter "arzneiundvernunft.at" abrufen, für Patienten gibt es eine gedruckte Version bei niedergelassenen Ärzten und in Apotheken.

"Auf dem Gebiet dieser Medikamente hat es in den vergangenen Jahren viele Umbrüche gegeben, die Ärzte haben nun viel mehr Auswahlmöglichkeiten", erklärte Ernst Singer, medizinischer Vorsitzender der Expertengruppe von "Arznei & Vernunft", die Notwendigkeit einer neuen Leitlinie. Für jede Art der Gerinnungshemmer (Vitamin-K-Antagonisten und Neue Antikoagulantien) wurde deshalb eine eigene Patienteninformation entwickelt.

Die Medikamentengruppe der Antikoagulantien werde laut Singer in zahlreichen Gebieten eingesetzt: Beispielsweise machen 100.000 österreichische Patienten, die an Vorhofflimmern leiden, Gebrauch von dieser Arznei, genauso wie etwa 140.000 Männer und 100.00 Frauen, die aufgrund einer Verengung der Herzkranzgefäße herzinfarktgefährdet sind. Auch um das Risiko von Beinvenenthrombosen nach Operationen zu senken, nehmen Patienten gerinnungshemmende Medikamente ein.

"Wenn man bedenkt, dass weltweit jeden Tag etwa 3.000 medizinische Publikationen erscheinen, wird klar, dass wir eine Leitlinie brauchen die zeigt, was gerade der state-of-the-art ist", sagte Hans Jörg Schelling, Vorsitzender des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger. Die Initiative "Arznei und Vernunft", bei der Pharmawirtschaft, Sozialversicherung sowie Ärzte- und Apothekerkammer kooperieren, veröffentlichte bisher zehn Leitlinien und neun Patientenbroschüren, die momentan auf den neuesten Stand gebracht werden. "Die Leitlinien helfen den Ärzten, sich in der riesigen Menge von wissenschaftlichen Publikationen zurecht zu finden und zu sehen, was in der täglichen Praxis wirklich relevant ist", so Ärztekammer-Präsident Artur Wechselberger. So würden ein schneller Wissenstransfer, die Einhaltung von Qualitätsstandards und die Sicherheit der Behandlung gewährleistet.

"Bei österreichweit zehn Milliarden Arzneimittelanwendungen pro Jahr muss ein Vertrauen der Patienten in die Therapie da sein", sagte Max Wellan, Präsident der österreichischen Apothekerkammer. Neben einer personalisierten Behandlung durch die Ärzte sei deshalb auch eine Anleitung zum richtigen Umgang mit Medikamenten, etwa wie sie gelagert oder eingenommen werden müssen, notwendig. "In Zukunft werden 80 Prozent der Kosten in den Bereich der chronischen Erkrankungen fließen", so Schelling. Eine häufige Form der chronischen Krankheiten, nämlich die Herz-Kreislauf-Erkrankung, gilt in Österreich laut Ärztekammer mit jährlich 32.374 Todesfällen als Todesursache Nummer eins. Durch Leitlinien, sie sowohl Ärzten als auch Patienten als Orientierung dienen, sei es laut Schelling möglich, ein langes und gesundes Leben zu sichern.

(S E R V I C E: Die neue Leitlinie Antikoagulantien ist online unter http://go.apa.at/bK20rwfy verfügbar)

apa.at

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